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24. Dezember 2008 3 24 /12 /Dezember /2008 08:28

 

„Hätt’ Maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben!“, skandierte eine kleine Gruppe der Abtreibungslobby gegen einige Christen, die vor einer Abtreibungsklinik zum Schwangerschaftsabbruch entschlossene Mütter noch in letzter Minute umstimmen wollten.
 
Offensichtlich geht von dem Jesuskind in der Krippe eine solche, über 2 000 Jahre anhaltende Dynamik aus, dass es noch heute die Abtreibungsindustrie empfindlich stört, die sich bei uns zum blühenden Wirtschaftszweig mit menschlichem Nachwuchs als selbstnachwachsendem Rohstoff entwickelt hat.

So sieht vor allem die FIAPAC (Internationale Vereinigung von Fachkräften für Schwangerschaftsabbrüche und Kontrazeption) ihren Hauptgegner in der Katholischen Kirche mit deren unermüdlichen Eintreten für ein Recht auf Leben von der Zeugung an und sie definiert Schwangerschaft als gesundheitliche Bedrohung der Frau, der man durch Schwangerschaftsabbruch heilend begegnen kann, spricht erst dann vom Kind, wenn es geboren ist, also seinen Aufenthaltsort außerhalb des Mutterleibes erreicht hat. Vorher wird von „Produkt“, „Gewebe“, „Material“ oder „befruchtetem Ei“ gesprochen.

Sprache kann so entlarvend verschleiern. Man ist stolz auf ein neues, schon hunderttausendfach in alle Welt verkauftes Abtreibungsinstrument, das besonders gewebeschonend arbeitet und den Bedarf der Forschung nach möglichst unzerstörtem fetalen Gewebe deckt. Wirtschaftliche Verwertung um jeden Preis heißt die Devise.

Dieses Denkmuster erinnert fatal an die Ideologie der Nazi-Schergen, die vom Zahngold über Frauenhaar bis hin zu Menschenknochen für Leim und Seife und „medizinischen Versuchen zu Forschungszwecken“ alles Verwertbare ihrer KZ-Opfer in den Wirtschaftskreislauf zurückfließen ließen.

Inzwischen hat sich noch eine weitere Industrie entwickelt, die den Frauen zur Tröstung unbewusster Schuldgefühle täuschend lebensechte Babypuppen aus Vinyl unterjubelt. Vor allem jetzt in der Weihnachtszeit boomt das Geschäft mit diesem pflegeleichten Liebesersatz.

So viel ist in den Frauenherzen von der ursprünglichen Weihnachtsbotschaft wohl doch noch übrig geblieben, nämlich die, dass von einer Mutterliebe zu ihrem Kind eine Kraft ausgeht, die alle Unbill dieser Welt überstrahlt. Nicht nur das Kind in der Krippe, jedes Kind ist Botschafter dafür, dass Gott die Lust am Menschen noch nicht verloren hat (Rabindranath Tagore). Kann es etwas Schöneres geben als ein kleines, neues Leben?

Hätte Maria abgetrieben, könnten Christen nicht Weihnachten feiern als Fest der Geburt Christi. Sie können es nur deshalb, weil Maria aller widrigen Umstände zum Trotz ja gesagt hat zu ihrem Kind.

 

Heiligabend 2008
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Kommentare

vivi 12/28/2008 10:46

Ein guter Artikel, vielen Dank. Das sich hinter der angeblichen Verteidigung der Frauenrecht versteckende Interesse von Staat und Wirtschaft an einer absolut plan und kontrollierbaren Verfügung der Arbeitskraft, wozu auch die eventuell ausfallenden Frauen zählen, wird viel zu selten thematisiert. Viele Abtreibungen könnten mit rigoroseren Gesetzen verhindert werden, Gesetzen, die aber nicht die Abtreibung unter Strafe stellen, sondern die Schwangere schützen. Kein Arbeitgeber dürfte eine Schwangere Auszubildende vor die Tür setzt dürfen. Auch müsste es endlich strafbar werden, eine Schwangere zur Abtreibung zu drängen, und sei es der Freund, Ehemann oder die Eltern.

Winfried Schley 12/28/2008 13:44


Dass unserer Gesellschaft in Deutschland dadurch inzwischen etwa 12 Millionen Menschen unter 30 fehlen, wie ein schlauer Kopf mal ausgerechnet hat, zeigt die gewaltige Dimension und zerstörerische
Dynamik, die dahinter steckt. Man nimmt sie nur deshalb kaum wahr, weil eine unerwartete Schwangerschaft meist als individuelles Problem gesehen wird.
vgl. Mutter in Not .


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