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15. Februar 2010 1 15 /02 /Februar /2010 16:05
Wer hat sie nicht schon einmal gesehen, jene Männer auf öffentlichen Plätzen mit dem orientalischen Aussehen? Ihre Hand umspielt eine schwarze Perlenkette, die sie unablässig durch Daumen und Zeigefinger gleiten lassen. Anfangs hielt ich das für eine Beschäftigung gegen den Stress in der Fremde und zugleich für ein Signal zur Ausschau nach seinesgleichen.

Erst später erfuhr ich, dass diese Kette 33 Perlen umfasst und dreimal durch die Finger gleitet, um die 99 Namen Allahs mit den Händen zu beten. Den hundertsten Namen weiß Allah allein. Ob die Männer mit der Kette sich überhaupt der Bedeutung ihres Perlenspiels bewusst sind? Ich habe bis heute jedenfalls keinen Moslem kennen gelernt, der mir die 99 Namen seiner Perlen aufsagen konnte. Keinem war es wichtig, sie vom Kopf her zu wissen. Sie begnügten sich mit der betenden Absicht, Allah zu preisen. Irgendwie habe ich sie darin verstanden. Wo Hände zärtlich streicheln, braucht es ja auch keinen intellektuellen oder philosophischen Vortrag, um verstanden zu werden.

Eine Gebetsperlenkette kennt auch die Katholische Kirche, den Rosenkranz. Fragt man einen praktizierenden Katholiken danach, bezeichnet er den Rosenkranz meist spontan als Mariengebet, als Gebet zur Gottesmutter Maria.

Befasst man sich jedoch genauer mit seinem Inhalt, so stellt man fest, dass hier in einem festen Schema die Botschaft über Jesus Christus kurz zusammengefasst ist. Im Mittelpunkt der kleinen Merksätze stehen nämlich immer das Leben und die Verkündigung Jesu Christi. Jeweils in fünf mal zehn Wiederholungen werden die zentralen Geschehnisse aus dem Leben Jesu und ihre Bedeutung für ein christliches Leben meditiert. Der Rosenkranz ist somit im tieferen Sinn ein Christusgebet.

Ein marianisches Gebet ist er nur insofern, als hier das Leben und die Bedeutung Jesu Christi eingebettet ist in den fünf mal im Zehnerblock wiederholten marianischen Gruß des „Ave Maria“, man also Christus gleichsam aus dem Blickwinkel Mariens betrachtet, wobei jeder Zehnerschritt mit einem Lobpreis auf den dreifaltigen Gott abschließt.

Wohl niemand wird Jesus und seine Bedeutung besser gekannt haben als seine eigene Mutter Maria. Ob deshalb wohl vor allem Frauen dieses Gebet besonders andächtig beten, weil hier mütterlich-weibliche Spiritualität den Zugang zu Jesus Christus als dem lang erwarteten und endlich gekommenen Messias aufbereitet?
rosenkranz1

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  • Niemals in Gleichgültigkeit verfallen, unabhängig davon, was im Leben auf mich zukommt !  
 Ich interessiere mich für alles, was dem friedlichen Zusammenleben der Menschen dient.
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