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26. Dezember 2009 6 26 /12 /Dezember /2009 10:44
Pantokrator  Johannes von Damaskus (7.Jh.):

"Wenn das Unsichtbare im Fleisch sichtbar wird, male die Ähnlichkeit des Unsichtbaren.
Wenn das, was aufgrund der Vortrefflichkeit seines Wesens weder einen Umfang, noch ein Maß, noch eine Größe hat, wenn der, der in Gestalt Gottes die Gestalt eines Sklaven annimmt und aufgrund dieser Entäußerung eben auch Umfang, Maß und andere Eigenschaften des Körpers annimmt, dann zeichne den, der zugestimmt hat, gesehen zu werden, auf deine Tafel und empfiehl ihn der Betrachtung an."







Christus Pantokrator (6.Jh.)
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24. Dezember 2009 4 24 /12 /Dezember /2009 16:46

Einmal im Jahr da strömen sie und füllen die christlichen Kirchen, Menschen, die sonst das ganze Jahr keine Kirche von innen sehen, es sei denn, sie befinden sich im Urlaub und besichtigen eine solche, wenn der Reiseführer ein Kirchengebäude als mehr oder minder markantes Urlaubsziel kennzeichnet.

Für die einen ist
der Höhepunkt des Festes die Christmette am Heiligen Abend, dem 24. Dezember, für die andern der Festgottesdienst am ersten Weihnachtsfeiertag, dem 25. Dezember. Erst im Gottesdienst am zweiten Weihnachtsfeiertag sind die üblichen Christen wieder unter sich.

Dass Weihnachten, Ostern und Pfingsten die drei Hauptfeste des christlichen Kirchenjahres sind, wissen viele dieser Kirchgänger nicht. Noch weniger sind darüber informiert, dass Weihnachten am 25. Dezember erst seit dem 4. Jahrhundert in Rom belegt ist und dass dieses Fest das Fest des römischen Sonnengottes Sol abgelöst und Christus zum eigentlichen „Licht der Welt“ gekürt hat. Zum Fest des gegenseitigen Beschenkens wurde es in der Zeit der Reformation. So es ist noch
heutzutage bei Christen und vielen Nichtchristen Brauch.

Schichtdienst in den Betrieben schieben in dieser Zeit meist Singles ohne Anschluss, Kommunisten, Oppositionelle zum gängigen gesellschaftlichen System oder Moslems.

Von der letzteren Sorte hatten wir kürzlich ein gläubiges moslemisches Paar bei uns zu Gast, das seit vielen Jahren in Deutschland wohnt, fast perfekt deutsch spricht und sehr engagiert am öffentlichen Leben unserer Stadt teilnimmt. Mit ihnen zusammen wollen wir ein Projekt gegen Rassismus zum Schuljahresende organisieren.

Angenommen hatte der Ehemann meine Einladung zum Abendessen zusammen mit seiner Gattin wohl deshalb, weil er wusste, dass ich als katholischer Religionslehrer gläubiger Christ bin, Angehöriger einer Buchreligion also, die der Prophet Muhammad (Mohamet auf türkisch) als tolerierbar und daher besuchbar einstuft. Nach der religiösen Einstellung meiner Frau zu fragen, kam ihm gar nicht erst in den Sinn. Zugestimmt hat er dieser Einladung auf einem Seminar der Volkshochschule, bei dem ausführlichst jüdische und islamische Speisegesetze vorgestellt wurden.

Er konnte somit sicher sein, dass das servierte Rindfleisch von einem nach den Regeln des Koran geschächteten Rindes stammte, dass wir Salatdressing und Brühwürfel für die Bratensoße im Türkenladen gekauft hatten und daher weder alkoholhaltiger Essig im Salat noch Fettspuren vom Schwein dem Essen beigemengt waren. Den Käse zum Abschluss haben beide nicht angerührt, angeblich, weil sie keinen mögen.
Der wahre Grund aber war, wie wir schnell im Internet am Tag danach recherchierten, dass die hierzulande üblichen Käsesorten Magenlab von Rindern enthalten, die natürlich nicht korrekt geschächtet waren. (Darüber hatte das Seminar leider nicht informiert.)

So herzlich die Atmosphäre war, zeigte sich in dem Gespräch doch, wie weit unsere Kulturen auseinander liegen. Natürlich verstanden wir ihre Sorge, wenn der schon volljährige attraktive Sohn mit Gleichaltrigen in die Diskothek zieht, sich auf Partys mit Mädchen abgibt und seine Freunde
dort wie selbstverständlich Alkohol trinken oder gar kiffen. Wir ahnten ihr Glück, wie sie voller Stolz berichteten, dass ihre Tochter kurz vor dem Abitur stehend ihnen solche Probleme nicht bereitet. Minarettverbot, wie jetzt in der Schweiz geschehen, verletzt ihre Ehre. Sich einer demokratischen Mehrheitsentscheidung zu beugen, ist außerhalb ihrer Vorstellungswelt.

Während nun, wie alle Jahre, unsere schon erwachsenen Kinder sich bei uns im Wohnzimmer mit Krippe und Weihnachtsbaum einfinden, wandern meine Gedanken dieses Jahr doch immer wieder zu diesem netten türkischen Ehepaar. Da feiern wir daheim ein Familienfest und zumindest für mich auch das Fest, dass Christus geboren wurde, um als Retter und Erlöser die Menschen der ganzen Welt zu Gott zu führen. Der ganzen Welt? Welcher Welt? Wie lange noch?

 

 

libanikoneIkone aus dem Libanon

 

 

 

 

 

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15. November 2009 7 15 /11 /November /2009 14:50
Koh 3,1-8:
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7. November 2009 6 07 /11 /November /2009 13:28

"Wenn ich so weiter wachse wie bisher, wird es mir hier im Mutterleib bald zu eng.", ging das Baby seinen Gedanken nach. "Wenn ich die Hülle, die mich jetzt umgibt, endgültig überall hauteng berühre, wachse ich dann vielleicht nicht mehr weiter? Oder sprenge ich diese Hülle mit meiner Körpergröße? Was ist, wenn sie nicht nachgibt? Werde ich dann kläglich und schleichend zusammengepresst und zerdrückt? Ist es nicht besser, wenn ich jetzt, wo es noch geht, mich so oft um meine eigene Achse drehe, bis die Nabelschnur sich verheddert oder verknotet, so dass meine Lebensader abstirbt?"

Doch irgendwann später:
"Hilfe! Was geschieht da? Ein gewaltiges Pressen drückt mir die Beine ins Eingeweide und schiebt meinen Kopf in eine viel zu enge Röhre! Da habe ich niemals Platz! Mein Schädel wird verschoben und gepresst! Das halte ich nicht lange durch! Das überlebe ich nicht!" Panik steigt hoch, würgende Todesangst.

Gleißende Helle blendet seine Augen. Ein scharfer Luftzug durchzieht und dehnt schmerzhaft seine Lunge. Laut schreit es in seiner Hilflosigkeit und Einsamkeit auf.

Doch da
dringt an seine Ohren freudiges Lachen. Liebevolle Hände reinigen und umsorgen es. Seine Lippen verspüren verführerisch feine Haut und begierig beginnt es zu saugen. Eine ganz neue Nahrung füllt seinen Magen. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt, vollkommen anders als der bisherige, völlig anders. Zuversicht erfüllt es, dass es weiterleben und sich weiter entwickeln darf bis zu seinem Tod.

Und danach? Hat der Mensch einen erneuten Umzug in einen weiteren Lebensabschnitt vor sich? Auszuschließen ist eine solche, ganz andersartige Neugeburt nicht.

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6. August 2009 4 06 /08 /August /2009 07:52

Frei nach den Seligpreisungen der Bergpredigt:

Ich, Jesus, den ihr den Christus nennt, sage euch:

Ihr sozial Benachteiligten vertraut mir. Ihr seid mehr wert, als die Gesellschaft euch einreden will.

Ihr ungerecht Behandelten vertraut mir. Wendet eure ohnmächtige Wut in Einsatz für eine gerechtere Welt.

Ihr Misshandelten vertraut mir. Wandelt eure Rachegefühle um in Energie für eine barmherzigere Welt.

Ihr Unterdrückten vertraut mir. Lernt das Böse weglieben.

Ihr Verfolgten vertraut mir. Euer Schicksal wird Gehör finden.

Ihr Trauernden vertraut mir. Ihr werdet in mir Trost finden.

Ihr Einsamen vertraut mir. Ich werde euer beständiger Begleiter sein.

Ihr Verängstigten vertraut mir. Mut wird in euch wachsen.

Ihr Friedfertigen vertraut mir. Ihr werdet zum Frieden in der Welt beitragen.

Ihr Liebenden vertraut mir. Ihr werdet die Menschen erneuern.

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25. Juli 2009 6 25 /07 /Juli /2009 20:20
frei nach Ex 20, 1-17:
Ich habe dich ins Leben gerufen und zur Freiheit bestimmt.

Indem du dich an mir festmachst, durchschaust du leichter Modeströmungen, Fremdbestimmungen und Zwänge. Damit kannst du dich und die deinen schneller davon lösen und unheilvolle Nachwirkungen vermeiden.

Ich bin der stete Wandel und niemals dein Besitz und schon gar nicht du selbst. Habe dies immer vor Augen.

Mache es dir zur guten Gewohnheit, dich regelmäßig daran zu erinnern.

Gemäß meinem Willen verdankst du deinen Eltern deine Existenz und manches mehr. Sorge nach besten Kräften für ihren Lebensabend.

Du bist Leben, das leben darf, inmitten von Leben, das leben darf. Gehe sorgsam damit um.

Ordne dein Sexualleben verantwortungsvoll und überlasse es nicht der Laune; denn es ist Trieb und Antrieb zugleich.

Eigne dir nicht an, was einem anderen zusteht.

Hüte dich vor Begehrlichkeiten, die zerstören.
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19. Juli 2009 7 19 /07 /Juli /2009 06:51
Frei nach Gen 1 - 2,3:
Ich bin ein Zwitter. Ich habe väterlich männliche und mütterlich weibliche Züge. Ich teile sie unter euch auf in Männer und Frauen, damit ihr Freude an eurer Vermehrung empfindet.

Ich bin der Wille, der Ordnung ins Chaos bringt, damit ihr vom Regelwerk des Universums fasziniert seid und euch selbst Regeln gebt, eure Welt zu ordnen und zu gestalten.

Ich bin die Kraft, die Natur und Leben schafft. Ich leihe sie euch als Geschenk und Aufgabe zugleich. Geht verantwortungsvoll damit um. Erfreut euch an Himmel und Erde, an Landschaften, Pflanzen und Tieren. Nehmt davon, was ihr braucht, aber nicht mehr. Haltet Maß.

Ich vereine in mir Zeit und Zeitlosigkeit. Vergesst das nie und gönnt euch regelmäßig schöpferische Ruhepausen.

Ich bin, der ich bin, der immer für euch da sein wird. Nennt mich einfach Gott.
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14. Juli 2009 2 14 /07 /Juli /2009 20:51
Frei nach Joh 15,1-17:
Ich, Jesus, den ihr den Christus nennt, bin angenabelt an den persönlichen Urgrund meines Seins. Ich habe ihm den Namen Vater gegeben. Wer sich an mir festmacht, sich in mir verankert, darf darauf vertrauen, dass er von mir und zugleich von meiner mit mir verbundenen väterlichen Quelle zehrt. Wer sich an mir ausrichtet und mich in sein Herz lässt, kann sicher sein, dass er nicht aufs falsche Pferd gesetzt hat. Er wird seine, der Welt wohltuende, Wirkung entfalten. Wer sich mir verschließt, igelt sich ein in Angst und Eigenliebe, die der Welt nicht dienlich ist. Er wird abgelehnt und bekämpft werden, ist der Niederlage, dem Verschleiß, dem Untergang verfallen.

Wendet euch im Gebet getrost an mich oder meinen Vater. Dann strahlt ihr aus, was die Welt Schritt für Schritt zum Guten hin verändern wird. Ihr könnt euch dieser inneren Kraftquelle sicher sein, weil ich euch zugewandt bleibe. Wenn ihr mein Ansinnen beherzigt, bin ich immer in euch, so wie ich die Anliegen meines Vaters verinnerlicht habe und darum mit ihm eins bin.

Seid froh, dass es mich gibt, der euch in dieses Geheimnis des Vaters eingeweiht hat, und bleibt in dieser Freude, auch wenn euch die Last des Tages und des Lebens zu verzehren scheint. Es wird nicht vergebens sein, solange ihr euch frei dafür entscheidet; denn wer sich nur sklavisch verpflichten lässt, wird darunter leiden.

Glaubt mir, es ist kein Zufall, dass ihr auf mich gestoßen seid. Dahinter verbirgt sich mein und meines Vaters Wille. Seid dankbar dafür und bleibt aus dieser Dankbarkeit heraus einander zugetan.
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12. April 2009 7 12 /04 /April /2009 07:48

Wird ein Kind geboren, durchbricht es den bergenden, aber dunklen Mutterschoß und stellt sich dem neuen Leben im Licht.
So lehrt es die Natur.


Will jemand sich finden, muss er die gut nährenden, aber versklavenden Fleischtöpfe Ägyptens verlassen und den Weg durch die Wüste wagen.
So lehrte Gott das Volk Israel.


Seit Christus auferweckt wurde, wissen Christen um eine begleitende Kraft, um ein Licht im Dunkeln auf dem Weg ins Ungewisse.
Den Auftakt dazu feiern sie an Ostern  als Fingerzeig Gottes in einer bedrohlichen Welt.
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17. Januar 2009 6 17 /01 /Januar /2009 19:51
Der Alltag hat mich wieder. Der Christbaumschmuck ist im Keller verstaut. Die Krippefiguren sind auf den Dachboden geräumt.  Die Weihnachtstanne wartet darauf, dass sie im Gartenkamin während einer lauen Frühlingsnacht wärmend in den Flammen lodert.

Keine Weihnachtsverzierung beleuchtet mehr die Straßen. Niemand vermisst sie, obwohl die Nächte in der Nachweihnachtszeit auch nicht kürzer sind als davor. Nicht die Länge der Nächte, sondern die Hoffnung auf länger werdende Tage lässt unser Gemüt auf den Lichterglanz der Vorweihnachtszeit verzichten.

Zehrt die Seele unbewusst von vorangegangenen Festesfreuden? Hallt im Herzen nach, welcher Trost in der Weihnachtsbotschaft steckt, nämlich der, dass Gott in Jesus sich ganz den Menschen zugewandt hat und alle Menschenwege durch Höhen und Tiefen mitgeht, so wie er dieses Kind von seiner Geburt in der Krippe durch seinen Tod am Kreuz hindurch begleitet und danach zu sich heimgeholt hat?

Christen hoffen darauf. Sie schöpfen daraus Kraft für ihren Alltag.
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  • : Blog von Winfried Schley
  • : Anekdoten, Gedanken, Gedichte, - mal heiter, mal nachdenklich, Theologisches und Philosophisches im Alltag, dt.-frz. Beziehungen und Städtepartnerschaft, Kunst und Kunstausstellungen, ... und was mir sonst noch in den Sinn kommt.
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  • Winfried Schley
  • Niemals in Gleichgültigkeit verfallen, unabhängig davon, was im Leben auf mich zukommt !  
 Ich interessiere mich für alles, was dem friedlichen Zusammenleben der Menschen dient.
  • Niemals in Gleichgültigkeit verfallen, unabhängig davon, was im Leben auf mich zukommt ! Ich interessiere mich für alles, was dem friedlichen Zusammenleben der Menschen dient.

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