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7. Januar 2009 3 07 /01 /Januar /2009 08:01

Es ist kein Sterbenswörtchen wahr
an Caspar, Melchior, Balthasar.
Niemals sie gegangen sind
nach Betlehem zum Jesuskind.

Es lässt der Mensch sich leiten gern
von diesem oder jenem Stern.
Der braucht auch nicht am Himmel schweben.
Er kann getrost auf Erden leben.

Stars und Sternchen und so fort
verehrt der Mensch von Kunst bis Sport.
An ihrer Strahlkraft er sich freut
und seine Sorgen so zerstreut.

Ein Stern geht auf, der andere unter.
Das Wechselspiel hält Medien munter.
Doch ist die Spannkraft überdehnt,
der Mensch sich nach dem Fixstern sehnt.

Wo ist das Leitbild für sein Leben?
Wer kann ihm immer Hoffnung geben?
Wo ist diese Lichtgestalt?
Wo findet er den letzten Halt?

Matthäus kurzerhand erfand
die Weisen aus dem Morgenland:
„Lasst euch auf Jesus Christus ein.
Nur er kann der Messias sein.“
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29. Dezember 2008 1 29 /12 /Dezember /2008 17:56
Mein Auto, mein Haus, mein Papst. Wie bitte? Ich besitze einen Papst? Mein Auto ist mein Auto, weil ich es bar bezahlt habe. Ich hatte lange genug dafür gespart. Mein Haus ist mein Haus, weil ich es mühsam Rate für Rate abgestottert habe und es jetzt laut Grundbucheintrag mir gehört. Aber mein Papst?

Meine Kinder, meine Frau, mein Papst. Dieses Wortspiel passt schon besser. Obwohl eigenständige Wesen, sind meine Kinder meine Kinder, weil ich sie gezeugt habe, meine Frau ist meine Frau, weil wir seit über dreißig Jahren irgendwie zusammengehören. Aber mein Papst?

Weniger als Theologie- denn als Mathematikstudent faszinierten mich in jungen Jahren während meiner Studienzeit in Tübingen zwei Theologieprofessoren in ihrem redlichen denkerischen Bemühen um Wahrheit und Klarheit ihrer Sichtweisen ganz besonders, Walter Kasper und Joseph Ratzinger. Der eine ist heute Kardinal, der andere Papst. Offensichtlich hatten beide Männer etwas an sich, dass nicht nur mir imponierte, sondern vielen anderen, viel bedeutenderen und einflussreicheren Menschen erging es ebenso; denn sonst wäre diese kirchliche Karriere so nicht möglich gewesen.

Was mich heute daran erstaunen lässt und mich in meiner Erinnerung an damals immer wieder neu berührt, war mein sicheres Gefühl dessen, was Qualität ausmacht, eine Empfindung, die in mir, dem jungen Studenten, so felsenfest verankert schien, dass es mir nach dreißig Jahren als Lehrer wie eine Bestätigung meines eigenen roten Fadens in meinem bisherigen Leben vorkommt, aller Meinungsverschiedenheiten zum Trotz.

Wenn ich im Vorwort von „Jesus von Nazareth“, dem neuen Bestseller von Papst Benedikt XVI., lese: „Ich bitte die Leserinnen und Leser um jenen Vorschuss an Sympathie, ohne den es kein Verstehen gibt.“, dann blitzt für mich jene Extraklasse auf, die ich schon als Student an ihm schätzte. Ich halte meinen ehemaligen Theologieprofessor Joseph Ratzinger für einen der scharfsinnigsten, umfassendsten und redlichsten Denker, denen ich in meinem Leben begegnet bin. In diesem Sinne ist Papst Benedikt XVI. für mich ganz persönlich mein Papst.
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27. Dezember 2008 6 27 /12 /Dezember /2008 13:48
Nur wer Rettung erfahren hat, weiß was Retten heißt und kann selbst Retter sein, vor allem dann, wenn er das Wort des Propheten Jeremia aus dem Alten Testament erfüllt: „Rahel weinte um ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen.“

Das ist das Leitmotiv des Verfassers des Evangeliums nach Matthäus, wenn er den Fürsten Herodes in Betlehem und Umgebung alle Knaben unter zwei Jahren töten, zuvor aber Jesus als den Messias auf wundersame Weise gewarnt nach Ägypten entkommen lässt. Historisch gesichert ist dabei nur, dass jener Fürst Herodes sogar vor Verwandtenmorden nicht zurückschreckte, um seine Macht zu sichern. Von einem Massaker an Kleinkindern in Betlehem jedoch findet sich außerbiblisch keine Spur.

Wenn in einigen katholischen Diözesen Deutschlands am 28. Dezember, dem Fest der unschuldigen Kinder, die Kirchenglocken läuten, so steht das historisch auf einem wackligen Fundament, aber als symbolischer Protest gegen unsere perfekt durchorganisierte Tötungsindustrie, die seit der Änderung des § 218, als der Schwangerschaftsabbruch bis zur zwölften Woche für straffrei erklärt wurde, Millionen von Ungeborenen beseitigt und verwertet hat und es weiterhin tut, ist es allemal ein Signal, das zum Nachdenken anregt.

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24. Dezember 2008 3 24 /12 /Dezember /2008 08:28

 

„Hätt’ Maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben!“, skandierte eine kleine Gruppe der Abtreibungslobby gegen einige Christen, die vor einer Abtreibungsklinik zum Schwangerschaftsabbruch entschlossene Mütter noch in letzter Minute umstimmen wollten.
 
Offensichtlich geht von dem Jesuskind in der Krippe eine solche, über 2 000 Jahre anhaltende Dynamik aus, dass es noch heute die Abtreibungsindustrie empfindlich stört, die sich bei uns zum blühenden Wirtschaftszweig mit menschlichem Nachwuchs als selbstnachwachsendem Rohstoff entwickelt hat.

So sieht vor allem die FIAPAC (Internationale Vereinigung von Fachkräften für Schwangerschaftsabbrüche und Kontrazeption) ihren Hauptgegner in der Katholischen Kirche mit deren unermüdlichen Eintreten für ein Recht auf Leben von der Zeugung an und sie definiert Schwangerschaft als gesundheitliche Bedrohung der Frau, der man durch Schwangerschaftsabbruch heilend begegnen kann, spricht erst dann vom Kind, wenn es geboren ist, also seinen Aufenthaltsort außerhalb des Mutterleibes erreicht hat. Vorher wird von „Produkt“, „Gewebe“, „Material“ oder „befruchtetem Ei“ gesprochen.

Sprache kann so entlarvend verschleiern. Man ist stolz auf ein neues, schon hunderttausendfach in alle Welt verkauftes Abtreibungsinstrument, das besonders gewebeschonend arbeitet und den Bedarf der Forschung nach möglichst unzerstörtem fetalen Gewebe deckt. Wirtschaftliche Verwertung um jeden Preis heißt die Devise.

Dieses Denkmuster erinnert fatal an die Ideologie der Nazi-Schergen, die vom Zahngold über Frauenhaar bis hin zu Menschenknochen für Leim und Seife und „medizinischen Versuchen zu Forschungszwecken“ alles Verwertbare ihrer KZ-Opfer in den Wirtschaftskreislauf zurückfließen ließen.

Inzwischen hat sich noch eine weitere Industrie entwickelt, die den Frauen zur Tröstung unbewusster Schuldgefühle täuschend lebensechte Babypuppen aus Vinyl unterjubelt. Vor allem jetzt in der Weihnachtszeit boomt das Geschäft mit diesem pflegeleichten Liebesersatz.

So viel ist in den Frauenherzen von der ursprünglichen Weihnachtsbotschaft wohl doch noch übrig geblieben, nämlich die, dass von einer Mutterliebe zu ihrem Kind eine Kraft ausgeht, die alle Unbill dieser Welt überstrahlt. Nicht nur das Kind in der Krippe, jedes Kind ist Botschafter dafür, dass Gott die Lust am Menschen noch nicht verloren hat (Rabindranath Tagore). Kann es etwas Schöneres geben als ein kleines, neues Leben?

Hätte Maria abgetrieben, könnten Christen nicht Weihnachten feiern als Fest der Geburt Christi. Sie können es nur deshalb, weil Maria aller widrigen Umstände zum Trotz ja gesagt hat zu ihrem Kind.

 

Heiligabend 2008
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21. Dezember 2008 7 21 /12 /Dezember /2008 12:09
Sein Stammbaum ist nicht gerade reinrassig. Vier anrüchige Frauen werden in dieser Männerliste aufgeführt und das in einer patriarchalischen Gesellschaft!

Tamar, die Ausländerin und kinderlose Witwe, die sich als Dirne verkleidet von ihrem eigenen Schwiegervater schwängern ließ, Rahab, die ausländische Gastwirtin und Dirne, die mit den Feinden ihrer Stadt gemeinsame Sache machte, um ihre eigene Haut und die ihrer Großfamilie zu retten, die noch junge Rut, ebenfalls Ausländerin und schon Witwe, die sich auf den Rat ihrer Schwiegermutter hin in eindeutiger Absicht einem entfernten Verwandten zu Füßen legte, die schöne und verheiratete Batseba, die sich mit einem König einlässt, der, als sie von ihm ein Kind erwartete, ihren Mann in den sicheren soldatischen Heldentod schickte. Sex and Crime pur.

Ganz unbefangen baut der Verfasser des Evangeliums nach Matthäus, dem ersten Buch des christlichen Neuen Testamentes, diese vier Frauen in eine dreimal vierzehn Generationen umfassende Ahnenliste ein und beendet sie mit den Worten: „ ... Jakob war der Vater von Josef, dem Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, der der Christus (der Messias) genannt wird.“

Niemand schien damals daran Anstoß zu nehmen. Frauenlogik, die das Weiterleben der zukünftigen Generationen sicherte, fand offensichtlich Anerkennung. 14 als Zahl Davids, der als Urahn des Messias galt, verriet obendrein, wer dieser Jesus für ihn war, der dreifache David. Folgerichtig lässt er Sterndeuter aus dem Osten fragen: „Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.“ Als Antwort darauf zitiert er ziemlich frei den Propheten Micha aus dem jüdischen Alten Testament: „Du Betlehem im Gebiet Juda bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten Judas; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel.“

Dieser Karriere gedenken Christen in wenigen Tagen, wenn sie Weihnachten feiern, dem Fest der Zuversicht, dass für Gott auch aus missliebigsten Schicksalsschlägen und belastenden  Schuldverstrickungen ein Neuanfang durch Verzeihen und Versöhnen möglich ist.
Sonntag, 4. Advent
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6. Dezember 2008 6 06 /12 /Dezember /2008 11:35

Ob ich den Weihnachtsmann spielen wolle, rief mich als junger Vater einst die Kindergärtnerin unseres Dorfes an. „Ja, aber nur, wenn ich den echten Nikolaus, den Bischof von Myra aus dem 4. Jahrhundert vorstellen darf und nicht den rot gekleideten Knollennasenheini aus der früheren Coca-Cola-Werbung.“ Ich durfte.

Ich lieh mir eine Nikolausverkleidung aus einem katholischen Kindergarten und zog los. „Ich bin der Papa von Fabian“, stellte ich mich den Kindern vor. Damit war ihnen klar, wer ich war; denn Fabian, mein ältester Sohn, besuchte eben diesen Kindergarten und war ihr Spielkamerad.

Aus meinen Karton nahm ich vor ihren staunenden Kinderaugen ein weißes, weit geschnittenes Gewand und erklärte den Kindern, dass dies eine Albe sei, eine Art Untergewand, wie es die katholischen Priester heute noch bei jeder Messe unter dem eigentlichen Messgewand tragen. „Auch der heilige Nikolaus war als Bischof ein Priester, der ranghöchste Priester seiner Stadt.“, fuhr ich fort, während ich mich mit dem Zingulum, einem einfachen Leinengürtel, umschnürte und damit die Albe auf meine Körpergröße anpasste. Darüber zog ich ein rot-goldenes, ausgedientes Messwand, eine Kasel, setzte mir die Mitra auf, eine zweizipfelige Bischofsmütze mit einem goldgestickten Kreuz darauf, als Zeichen dafür, dass auch Sankt Nikolaus nicht aus eigener Vollmacht handelte, sondern sich als Stellvertreter Jesu Christi fühlte, der sich für die Armen, die Not Leidenden, die Hungernden, die ungerecht Behandelten einsetzt. Dann nahm ich den mit Goldband umwickelten Krummstab in die Hand und schritt langsam und feierlich den Sitzkreis, den die Kinder gebildet hatten, ab, so dass jeder St. Nikolaus aus nächster Nähe mitbekam.

Ich fügte mich in diesen Kreis ein, setzte mich bedächtig auf meinen Erwachsenenstuhl und erzählte nun in Ichform, was „ich“ als Heiliger so alles in
meinem Leben an Wohltaten vollbracht hatte, so dass „mich“ heute noch viele kennen. Ich erzählte, wie „ich“ drei verarmten Mädchen heimlich des Nachts Geld durchs Fenster warf, damit sie nicht betteln mussten, sondern als würdige junge Frauen heiraten konnten.

Gebannt lauschten die Kinder. Weg war Fabians Papa, verschwunden aus ihrem Gesichtskreis, nur der leibhaftig gegenwärtige Heilige zählte noch.

„ ... und dann kam eine große Hungersnot über meine Stadt Myra. Niemand hatte mehr etwas zu essen, als wie durch eine Fügung Gottes ein großes, für den römischen Kaiser bestimmtes Getreideschiff an unserem Hafen anlegte. Sofort eilte ich zum Hafen und überredete den Kapitän, seine riesige Angst vor dem mächtigen Herrscher in Rom zu überwinden und uns hundert Sack Getreide da zu lassen. Könnt ihr euch vorstellen, wie sich meine Leute in Myra darüber freuten?“ Lebhaftes Nicken ringsum bestätigte mir, wie sehr die Kinder diese Freude nachempfanden.

So mancher schielte schon auf meinen mitgebrachten großen Sack mit den Geschenken. Doch so schnell rückte ich damit nicht heraus und gab noch eine weitere, weniger bekannte Nikolauslegende zum Besten. Da hatte der Statthalter Bestechungsgelder angenommen und drei unschuldige Bürger zum Tode verurteilt. „Ich eilte zum Richtplatz, riss dem Henker das Schwert aus der Hand, befreite die Gefangenen und brüllte den Statthalter an: Du wagst es, Unschuldige zu töten?“ Meine zornige Stimme füllte den Kindergartensaal und als ich wütend meinen Hirtenstab auf den Boden stampfte, duckten sich zutiefst erschrockene Kinderköpfe. Geistliche Autorität, verkörperte Gerechtigkeit im Namen Gottes als höchstem Richter und letzte Instanz bestimmte die Atmosphäre, Zeit also, versöhnlichere Töne anzustimmen: „ ... und alle, denen ich geholfen habe, dankten Gott und gaben diesen Dank auch an ihre Mitmenschen weiter. Als Zeichen dafür bekommt jetzt jeder von mir aus diesem großen Sack ein kleines Geschenk.“

Die Spannung wich aus den Kinderseelen, machte Neugier und Freude Platz, als ich zusammen mit der Kindergärtnerin jedem Kind eine Orange und eine Schokoladentafel überreichte. Es konnte ihnen gar nicht schnell genug gehen. Ob sie überhaupt bemerkt haben, dass ich so ganz nebenbei in aller Stille meine Nikolausverkleidung wieder ablegte, sorgsam im Karton verstaute und als ganz normaler Familienvater den Kindergarten verließ?

Brauchtum pflanzt in Kinderseelen wichtige Wertvorstellungen. Nicht ich als Fabians Papa zählte dabei, sondern der im Mirakelspiel gegenwärtige St. Nikolaus, der „berühmte und überall bekannte Vater und Verteidiger der ganzen Welt, ihr Mittler und Retter, Abbild Christi und nachahmenswertes Vorbild der Christen“, wie es in einem Erzählbuch über ihn heißt.

 

 

06.12.2008, dem Fest des Heiligen Nikolaus

 

 

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30. November 2008 7 30 /11 /November /2008 09:38

 

 

Ein Baby mit Stallgeruch und einer Lebenserwartung von knapp über dreißig Jahren ist nicht der Stoff, aus dem unsere Träume gezimmert sind. Geboren in einem Kaff, von dem sich niemand ernsthaft vorstellen konnte, dass von dort was Rechtes kommt, aufgewachsen ohne fließendes Wasser und Stromanschluss, sämtlichen Kinderkrankheiten ausgeliefert, die seine Dorfkontakte ihm anboten, aber eingebettet in eine elterliche Fürsorge und Liebe, die in ihm den Traum von einer letzten, endgültigen Liebe keimen ließ, einer Liebe, die kein Mensch bieten kann, die vom Urgrund seines Seins herkam und der er sich vorbehaltlos anvertraute.

Er nannte diese Quelle „Vater“. Ein besserer Name fiel ihm nicht ein. Aber für seine jüdischen Zeitgenossen war das schon eine Nummer zu intim. Es sprengte ihre Denkmuster und jagte ihnen solche Angst ein, dass sie sich nicht anders zu helfen wussten, als ihn ermorden zu lassen. Schließlich macht, wer etwas auf sich hält, seine Hände nicht selbst schmutzig. So etwas überlässt man lieber einem dummen römischen Statthalter namens Pontius Pilatus.

Hatte dieser wirklich keine Ahnung, was er als Hinrichtungsgrund schreiben ließ: „Jesus von Nazaret, König der Juden“? War er unbewusst ein Werkzeug Gottes?

Wie dem auch sei, seit vielen hundert Jahren feiern Christen an Weihnachten, einem heute weltbekannten Fest, die Geburt dieses Mannes als ihren Erlöser, der sie seit seiner Auferweckung vom Tod auf ein ewiges Leben bei Gott hoffen lässt. Manche basteln in der Vorbereitungszeit zu diesem Fest, der Adventszeit, eine Krippe und gestalten damit eine Szene nach, angelehnt an das Evangelium nach Lukas, wo erzählt wird, dass Maria ihren Sohn Jesus in einem Stall zur Welt brachte und ihn in eine Futterkrippe bettete, während himmlische Wesen den Schafhirten auf dem Felde die Geburt eines göttlichen Friedenbringers verkündeten, worauf diese Hirten, geführt von einem Stern, sofort zum Viehstall eilten, um das Neugeborene anzubeten.

Viele, auch Nichtgläubige, lassen sich von diesem Vorweihnachtszauber, dieser adventlichen Stimmung, anstecken und feiern mit. So ist Weihnachten als Fest der Geburt Christi vielleicht doch der Stoff, aus dem unsere Träume sind, Träume von einem Gott, der für alle da ist, vorrangig für die Armen und Benachteiligten auf der ganzen Welt.

 

 

Sonntag, 1. Advent 2008
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18. November 2008 2 18 /11 /November /2008 17:32
„Können wir von deinem wunderschönen Efeu haben?“ Fünfzig Adventskränze will eine Frauengruppe aus einem Nachbardorf basteln. Dafür braucht sie Immergrünes, Tannen- und Fichtenzweige und Efeu - meinen Efeu.

Der letzte milde Winter und der warmfeuchte Sommer haben ihn so wuchern lassen, dass ein Radikalschnitt unterm Dachgebälk und Dachziegeln nötig schien, so weh mir dabei ums Herz war. Entdeckte ich doch in luftiger Höhe unzugängliche Vogelnester. Jetzt wusste ich, wo Rotkehlchen und Hausrotschwanz, Blaumeise, Amsel und Spatz gehaust hatten, die das Frühjahr und den Sommer über meinen kleinen Garten aufsuchten.

Immergrünes als Zeichen der Hoffnung an immer kürzer werdenden Wintertagen will diese Frauengruppe in ihre Adventskränze flechten. Der kreisförmige Kranz symbolisiert den Erdkreis mit vier Kerzen für die Himmelsrichtungen, wobei an jedem Adventssonntag eine Kerze mehr angezündet wird.
 
Im christlichen Glauben verkündet man damit auch das ewige Leben bei Gott nach der Auferstehung. Die Kerzen weisen hin auf Christus als das kommende „Licht der Welt“, dessen Eintritt in diese dunkle und trostlose Welt man an Weihnachten feiert, auch wenn Jesus von Nazaret sicher nicht zu diesem Datum geboren wurde. - Hier wurde das alte römische Fest des Sonnengottes und die germanische Wintersonnwendfeier geschickt umgepolt in die christliche Weihnachtszeit. – Advent erwartet somit die Ankunft Christi als Erlöser am Ende der Zeit.

Als Kind liebte ich den brennenden Adventskranz. Wie oft brach ich zum Verdruss meiner ängstlichen Mutter eine Tannennadel davon ab, hielt sie in die Kerzenflamme und erfreute mich am Geruch der ätherischen Öle, wie sie zischend verbrannten. Das Kerzenlicht, wie es sich im dämmrigen Dunkel unseres stillen Wohnzimmers sanft ausbreitete, strahlte für mich Wärme, Behaglichkeit und Geborgenheit aus. Das tat mir gut.

Wenn ich nun den Frauen einen großen Bottich voll mit meinem Efeu überlasse, wird die Erinnerung daran wieder wach. In meiner Phantasie wünsche ich mir viele Kinder, die vor diesen gebastelten Adventskränzen sitzen werden, rumzündelnd ihre ängstlichen Mütter nerven, aber hoffentlich genau das in ihrem Kinderherz erleben, was mir, dem kleinen Winfried, damals inneren Frieden, Trost und Zuversicht schenkte.
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9. November 2008 7 09 /11 /November /2008 16:19
„Was bedeutet denn diese angenagelte Leiche mit den vier Buchstaben darüber, die hier in Süddeutschland überall herumhängt?“ fragte mich ein junger Mensch aus dem Berliner Raum.

Ich brauchte ein Weilchen, bis ich verarbeitet hatte, dass er ein Kruzifix meinte, so gewohnt war mir der ihm fremde Anblick. Ich erklärte ihm, dass dies eine künstlerische Darstellung des gekreuzigten Christus sei, bestehend aus einem Kreuz, meist aus Holz, oft aus Metall oder Stein, und dem Körper des Jesus von Nazaret. Hier in dieser Gegend sieht man es oft in Kirchen hängen oder als Flurkreuz an Weggabelungen oder auf Feldhügeln stehen.

Kruzifix kommt von lateinisch cruci fixus, das heißt ans Kreuz geheftet, und ist ein wesentliches Symbol im christlichen Glauben. Die vier Buchstaben über dem Kruzifix sind INRI, eine Abkürzung für Jesus Nazarenus Rex Judaeorum (= Jesus von Nazaret, König der Juden). Nach der Leidensgeschichte dieses Jesus, wie sie im Neuen Testament, dem Glaubensbuch der Christen, aufgeschrieben ist, ließ der römische Statthalter Pontius Pilatus dies als Hinrichtungsgrund an jenem Kreuz anbringen, an das eben dieser Jesus genagelt wurde.

Zum christlichen Symbol wurde das Kruzifix jedoch erst, als die Todesstrafe durch Kreuzigung längst abgeschafft war und niemand mehr sich einer Gestalt schämen musste, die die schändlichste und verachtenswerteste Todesstrafe traf, die es zur Zeit seines Wirkens im römischen Reich gab.

Für die Christen dieser Gegend ist das Kruzifix eine Gebetshilfe, das sie unterwegs zu einem Stoßgebet anregt, und an Wallfahrtsorten, in Kirchen oder im gar im eigenen Wohnzimmer dazu dient, sich ins Gebet zurückzuziehen, den Blick auf das Kruzifix gerichtet als Hilfsmittel, sich innerlich zu sammeln und vom Alltag Abstand zu nehmen.


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20. Mai 2008 2 20 /05 /Mai /2008 18:50
Samstag für Samstag strömen sie in die Fußballstadien. Zigtausend von treuen Anhängern lockt jeder Bundesligaverein von Ort zu Ort. Kein Anfahrtsweg ist den Fans zu weit, kein Wochenende zu schade. Sie sind unterwegs. Man hofft auf Ablenkung, Spannung und Entspannung zugleich. Den weniger Reiselustigen reicht der Sessel vor dem Bildschirm. Woche für Woche macht König Fußball die Massen mobil.

Mobilmachung für König Christus? Nein Danke! Oder doch?

Einmal im Jahr, an Fronleichnam nämlich, versammeln sich die Christusfans innerhalb der Katholischen Kirche. Sie sind dann unterwegs für eine Sache, die tiefer geht als bloßes Entspannen am Feiertag. Einmal im Jahr zeigen sie öffentlich, dass ihr wahrer Meister nicht von dieser kurzlebigen Welt ist. Ihre Verehrung für ihn reicht über die Saison hinaus.

Für sie ist der eigentliche Herrscher dieser Welt ein geistiger Alleinherrscher. Er ist für sie "der Christus", übersetzt "der Gesalbte", also der von Gott Auserwählte seit seiner Auferweckung von den Toten. Er steht über allen Mächtigen der Erde, jenseits der Wirtschaftsbosse und Regierenden, unabhängig von Stars und Idolen der Medien und des Sports. Er hat Vorrang vor allem anderen. An ihm orientieren sie sich, richten sich nach ihm aus. Für ihn gehen sie auf die Straße. Einmal im Jahr, das genügt. Dauerwerbung hat er nicht nötig.

Sie machen ihn sichtbar mit den Zeichen, die er selbst beim Letzten Abendmahl mit seinen Jüngern gesetzt hat, an den Symbolen von Brot und Wein, wie er selbst formulierte: "Nehmt und esst, das ist mein Leib. Nehmt und trinkt, das ist mein Blut."

Seitdem scharen sich seine Anhänger bei jeder Eucharistiefeier um ihn, verleiben sich ihn ein in der Gestalt von Wein und Brot, Proviant für ihre Seele bei der großen Reise durch das unbeständige Leben einer ungewissen Zukunft entgegen. Auch wenn sie immer wieder mal verzagen, bleiben sie zuversichtlich und hoffen, daß er alle Tage bei ihnen ist bis ans Ende der Welt, so wie er es versprochen hat. Dieser Trost gibt ihnen Kraft durchzuhalten.

Und einmal im Jahr zeigen sie das öffentlich in einer Prozession mit einem Gottesdienst im Freien, an Fronleichnam, wörtlich "lebendiger Leib des Herrn". Auf allen Kontinenten dieser Erde feiern sie dieses Fest, neuerdings auch wieder ganz ungeniert in Russland als Demonstration dafür, dass Christus der eigentliche Nabel der Welt ist. Manch Älterer unter uns erinnert sich vielleicht noch an so manche Fronleichnamsprozession im sogenannten Dritten Reich. Sie war den damaligen Machthabern oft genug ein Dorn im Auge; denn allzu deutlich wurden sie daran erinnert, wo ihre Macht Grenzen hatte.
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  • : Anekdoten, Gedanken, Gedichte, - mal heiter, mal nachdenklich, Theologisches und Philosophisches im Alltag, dt.-frz. Beziehungen und Städtepartnerschaft, Kunst und Kunstausstellungen, ... und was mir sonst noch in den Sinn kommt.
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  • Niemals in Gleichgültigkeit verfallen, unabhängig davon, was im Leben auf mich zukommt !  
 Ich interessiere mich für alles, was dem friedlichen Zusammenleben der Menschen dient.
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