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2. Januar 2021 6 02 /01 /Januar /2021 16:26

Ursprünglich ist dieser Text eine private E-Mail an einen politisch äußerst interessierten ehemaligen Schüler. Nach reiflicher Überlegung will ich ihn dennoch veröffentlichen, da ich überzeugt bin, dass die hier erwähnten Überlegungen von allgemeinem Interesse sind:


Als junger Sanitätssoldat vor 50 Jahren habe ich mal gelernt, dass in einer Pandemie weltweit massenhaft Leute sterben. Heute arbeitet die WHO mit einem anderen Pandemiebegriff. Von etwa augenblicklich 82 Mio positiv PCR-Getesteten sind laut WHO etwa 1,8 Mio an oder mit Covid-19 gestorben. Das sind 2,2 %. 97,8 % haben überlebt.


Für mich ist dieser neue Pandemiebegriff eine rein mediale Inszenierung für neue Absatzmärkte.


Früher galt jemand gegen eine ansteckende Krankheit immun, wenn er nicht daran erkrankte oder diese Krankheit überstanden hatte. Heute arbeitet die WHO an einem neuen Immunitätsbegriff. Als immun soll gelten, wer in Zukunft einen passenden Impfnachweis vorlegen kann. Neu ist auch der Begriff des asymptomatisch Erkrankten. Früher nannte man so jemanden gesund. Alle zu angeblich ansteckenden Personen zu erklären, ist wissenschaftlich unsauber. Nichtereignisse kann man nicht messen und schon gar keine Prozentzahlen dazu angeben. Abgesehen davon ist jeder Kontakt unter den Menschen auch ein Austausch von Pilzen, Bakterien und Viren, den unser Immunsystem meist unbemerkt meistert. Falls nicht, rüstet unser Immunsystem nach, indem wir mehr oder minder schwer erkranken. Manchmal braucht es medizinische Unterstützung, manchmal nicht und manchmal versagt es halt ganz. Covid-19 ist dabei keine Ausnahme, sondern nur neu hinzugekommen und schon gar nicht die alleinige Geißel der Menschheit, wie wir zur Zeit täglich in den Nachrichten berieselt werden.

 

Als junger Student habe ich mit dem Diplom aus der Bundeswehrzeit im Krankenhaus gejobbt. Covid-19 gab es damals noch nicht. Lungenembolie, Asthma, Influenza, Pneumokokken-Infektion und Tuberkulose waren unsere Herausforderungen damals und sind es vermutlich heute noch.


Deswegen hat niemand die Wirtschaft so an die Wand gefahren, wie sie jetzt von Politik und Medien inszeniert wird. Medizinisch begründbar ist das wohl kaum oder es wäre auch schon früher berechtigt gewesen, was nachweislich aber niemand in die Tat umsetzte.


Wer hat neuerdings übergeordnet daran Interesse?

 

Im OP haben wir selbstverständlich Maske getragen. Grund war, dass die Maske die Ausatemluft verwirbelt und damit der direkte Atemstrom des Operierenden oder seiner Helfer nicht zu konzentriert in offene Wunden des Patienten gelangte. Im OP selbst waren die Pilze, Viren und Bakterien des Personals natürlich dennoch vorhanden. Keine Maske hält das ab, entgegen heutigen Presseverlautbarungen. 20 Nanometer eines Virus haben viel leeren Raum als Platz beim Durchdringen von Textilgewebe. Der OP wurde halt nach den Operationen weitgehend entkeimt. 

 

Deswegen verwende ich heute bei Einkaufen die gefalteten Einmalmasken. Sie verwirbeln besser als glatte Stoffmasken. FFP2-Maske behalte ich mir für einen längeren Aufenthalt in einem Ärztewartezimmer vor. Man schnauft dahinter wesentlich schwerer.


Was die Übersterblichkeitsrate angeht, haben wir in Deutschland im Jahresschnitt etwa 1,12 % Verstorbene. Bei 83 Mio Einwohnern sind das etwa 996 000 Verstorbene. Von einer auffälligen Übersterblichkeitsrate 2020 kann nicht die Rede sein. Lokale Ausreißer bedürfen lokaler Maßnahmen, sind aber im Gesamten für eine nachhaltige Gesundheitspolitik zweitrangig.

 

Als Mathematiker stört mich die unsaubere Trennung von Korrelation und Kausalität. Wenn im Elsass die Anzahl der Störche und die Anzahl der Geburten zunimmt, heißt das noch lange nicht, dass der Storch die Kinder bringt.

 

Wir haben z.B. im Landkreis SHA zur Zeit 53 Intensivbetten, 42 Betten belegt, davon 8 mit Covid-19-Patienten. Der Nachbarlandkreis Ansbach hat 7 Covid-19-Patienten, aber nur 21 Intensivbetten. Das bayrische Gesundheitssystem wurde von einem Finanzminister namens Markus Söder hart auf Kante genäht. Wenn es jetzt an seine Grenzen kommt, jammert er nun als Ministerpräsident über ungehorsame Untertanen, die seine angeblich alternativlosen Hausarreste nicht einhalten. Natürlich ist es richtig, dass ich weniger Ansteckungsmöglichkeiten habe, wenn ich meine Wohnung nicht verlasse, wobei noch gar nicht geklärt ist, wie viel mehr Ansteckungsmöglichkeiten ich damit wirklich habe. Diese Logik gilt immer, auch für das Präventionsparadoxon. Das rein auf Sars-CoV-2 einzuschränken und dieses Virus zur allgemeinen Gefahr zu erklären, ist unredlich. 

 

Unter 1 000 Gesunden, mit denen ich zusammen bin, kann ich mich nicht anstecken. Noch weniger Ansteckungsmöglichkeiten habe ich, wenn ich gar nicht erst den Geburtskanal verlasse. Die entscheidende Frage ist, wo ich die Grenze für Maßnahmen ziehe, welche Risiken ich abwägen will, privat wie öffentlich. Warum müssen Geschäfte, Firmen und Unternehmen mit einem ausgezeichneten Hygienekonzept schließen, wenn sie nachweislich nur gering am bisherigen Infektionsgeschehen teil hatten? Das gehört in den Parlamenten ausdiskutiert und nicht einfach von oben verordnet. Das weckt Opposition und verdecktes Ausbüxen. Wenn eine neue Krankheit auftritt, wäre es dann nicht sinnvoller, das eigene Gesundheitssystem zu erweitern, statt stur auf dem bisherigen Stand zu beharren? Und wehe, die anderen ziehen auf diesem Wege nicht mit! 

 

Wir haben 21 Mio Rentner, 4 Mio Sozialhilfeempfänger und 5 Mio Beamte mit deren Steuern als Nullsummenspiel. Diese 30 Mio nehmen nur noch durch Konsum am Wirtschaftsleben teil. Anderen, die daran verdienen, wird zur Zeit diese Möglichkeit genommen. Sie sind es aber, die später ihre jetzt erhaltenen Ausgleichszahlungen wieder in den Staatshaushalt einbringen müssen. Wie soll das funktionieren? Darüber muss man streiten dürfen, in Fachkreisen wie in Parlamenten.

 


Russland impft zur Zeit die Altersgruppen zwischen 18 und 60, weil diese den Laden am Laufen halten.
Wir impfen die gesundheitlich Geschwächten, weil Politiker bei hohen Todeszahlen um ihre Wiederwahl fürchten, wobei wir nicht wissen, wie sehr die Gebrechlichen selbst am Infektionsgeschehen teilhaben und ob sie in nächster Zeit sowieso an Altersschwäche sterben werden. (Der statistische durchschnittliche Aufenthalt im Pflegeheim beträgt drei Jahre.)
Der Vatikan impft zuerst die Kinder seiner Kinderklinik, weil Kinder die Zukunft sind.

 


Dahinter stecken unterschiedliche Wertemuster, die man öffentlich und politisch ausdiskutieren muss. Für mich persönlich ist das die Frage, ob ich in meinem Alter mit meiner Angst vor meiner eigenen Sterblichkeit einfordern darf, dass andere ihre wirtschaftliche Existenz und oft damit verbunden ihre Gesundheit riskieren müssen. Meine persönliche Antwort heißt nein. Darüber muss man öffentlich streiten können und auch dürfen.


In Deutschland haben wir zur Zeit 34 000 Corona-Tote bei 1,7 Mio positiv Getesteten, also 2% wie weltweit. Dass wir trotz hohem Lebensstandard und sehr gutem Gesundheitssystem nicht besser dastehen, liegt wohl an der Überalterung unserer Gesellschaft. Woanders sind die wirklich Gefährdeten wohl schon auf andere Weise verstorben. So erwischte es halt bei uns etwa 3,4 % aller Verstorbenen diesen Jahres, dass sie mit Sars-CoV-2 infiziert waren. 

 

Zufällig sind 1,7 Mio Positive in diesem Jahr von 83 Mio Einwohnern in Deutschland auch etwa 2 %. 98 % sind somit nicht mit einem Ansteckenden in Kontakt gekommen oder haben sein Virenpaket gleich erfolgreich mit ihrem Immunsystem abgewehrt. Ob das wirklich am Lockdown liegt, ist eine Vermutung, die deshalb so überzeugend wirkt, weil sie ungemein beruhigt. Wissenschaftlich redlich belegen lässt sich das nicht, weil man Nichtereignisse eben nicht messen kann. Vielleicht gibt es viel bessere Maßnahmen, die uns diese 98 % beibehalten oder gar verbessern lassen. 


Schweden hat ohne Lockdown in der zweiten Welle jetzt eine Zunahme der Coronatoten von etwa 40 %, wir mit hartem Lockdown etwa 210 %. Wäre es nicht sinnvoll, zu hinterfragen, ob der Lockdown nicht doch nur ein Nebenkriegsschauplatz ist und man nach anderen Ursachen suchen muss? Jetzt noch einen härteren Kurs zu fordern, verhindert die Suche nach weiteren Ursachen, weil man ja angeblich die Lösung schon gefunden hat. Wenn eine Mehrheit etwas für Wahrheit hält, muss es noch lange nicht wahr sein.

 

Ob die Impfung wirklich die große Zusatzrettung sein wird, werden wir wohl nie erfahren. Dieser Absatzmarkt ist jetzt am Laufen. Ich gehe davon aus, dass Medien und Politik die Menschen in den Heimen jetzt wieder an Altersschwäche sterben lassen, ganz wie früher. Der Impfung sei Dank, so oder so! 


Mich erinnert der ganze Corona-Hype an den Hexenwahn. Je mehr Hexen man verbrennt, umso weniger Missernten wegen schlechter Sommer wird es geben, weil man sie mit dem Teufel im Bunde für die Ursache hielt. Als die Sommer wieder besser wurden, fühlte man sich in den Verbrennungen bestätigt. Korrelation setzte sich gegen Kausalität durch, genau wie heute. 
 

Zu meinen privaten Erfahrungen mit Covid-19 bitte hier klicken.

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25. März 2020 3 25 /03 /März /2020 15:26
Gesundheitsminister Manfred Kucha am 24.03.2020: In Baden-Württemberg ist das Durchschnittsalter der Verstorbenen, die ein Corona-Virus in sich tragen, 84 Jahre. 0,7% der Infizierten sind auf Intensiv-Stationen. 90% erleben die Krankheit wie eine normale Grippe.
 
Der Virologe Prof. Drosten: 44% der Infizierten sind etwa zwei Tage vor Auftreten ihrer eigenen Symptome hoch ansteckend und etwa fünf bis sechs Tage danach auch. Also macht es Sinn, so wenig wie möglich eine Situation zu riskieren, sich anzustecken.

Es ist aber wohl durchaus berechtigt, darüber zu streiten, inwieweit und auf welchen Wegen wir Millionen vor dem wirtschaftlichen Ruin bewahren können.

Das jetzige Durchschnittsalter der "Corona-Toten" beträgt in Deutschland 82,1 Jahre. Wir riskieren zur Zeit Millionen wirtschaftliche Existenzen, weil wir uns nicht mehr schonungslos eingestehen, dass wir alle sterblich sind.

Dass diese Verstorbenen von diesem Virus neben unzähligen anderen infiziert sind, heißt noch lange nicht, dass dieses Virus die eigentliche Ursache ihres möglicherweise etwas vorzeitigen Ablebens ist. Es wird nur medial und messtechnisch so gehandhabt. Wer profitiert von diesem Vorgehen?
 
Natürlich habe auch ich als Siebzigjähriger erst einmal alle Besuche bei uns, beim Zahnarzt oder Friseur abgesagt. Ich kaufe allein ein, Kontakt mit den Enkeln über Skype oder WhatsApp, ebenso mit Bekannten über Telefon oder E-Mails. Schließlich waren wir bis 08. März in Österreich Ski fahren, niemals ahnend, dass eine Woche später alles dicht ist.
 
Noch sind meine Frau und ich gesund. Bei Fieber, Halsschmerzen und Husten würde ich, wie in meinem ganzen bisherigen Leben, auf die bewährten Hausmittel wie Bettruhe, Wadenwickel, Lutschpastillen, husten- oder schweißtreibenden Fiebertee und viel trinken zurückgreifen, aber niemals einen Arzt aufsuchen, solange ich keine akute Atemnot hätte. Welches Virus oder welche Bakterie dabei gerade die Oberhand bekam oder als unbekannter Eindringling von meinem Körper nicht rechtzeitig erkannt wurde, würde ich daher nie erfahren. Sollen deswegen andere ihre wirtschaftliche Existenz riskieren?
 
Müsste ich gar aus politischen Gründen für drei Monate in eine vollständige Isolation, wäre mein Abwehrsystem nicht mehr gefordert, schwächte sich also ab und wäre danach umso hilfloser allen Anfeindungen ausgeliefert und obendrein hoch ansteckend für andere. Für wen soll das ein Vorteil sein?
 
Ich bin gespannt, wie Schweden mit seiner harten Linie der Herdenimmunität weiter fortfährt, alles öffentliche Leben nicht unterbindet und auf die private Verantwortung der wirklich gesundheitlich Gefährdeten setzt.
 
Wie wollen Medien und Politik es hinbekommen, dass jetzt medial in Panik versetzte Eltern nach den Osterferien ihre Kinder wieder der Schule anvertrauen und wehe ein Kind wird krank? Wird es eine Prozesslawine geben? Werden Sündenböcke gesucht? Gegen Kommunen, Länder und Bund kann man uferlos prozessieren. Da ist immer Steuergeld da, das man in die eigene Tasche umleiten kann.  Wer wird alles vom Corona-Virus-Kuchen naschen? Es kommen spannende Zeiten auf uns zu.
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26. Dezember 2017 2 26 /12 /Dezember /2017 19:42

Kein Jurist wird im Zusammenhang mit Schwangerschaftsabbruch vom Körper einer Frau ausgehen. Sie hat eben nun mal keine zwei Köpfe, vier Arme und vier Beine, die sie zur Hälfte amputieren lassen kann. Da können noch so viele Frauengruppen sich vor den Karren mancher Politiker oder der Abtreibungslobby spannen lassen, die an einem Markt für fetales Gewebe interessiert sind. Sie können noch so lautstark auf der Straße oder in den Medien von ihrer freien Selbstbestimmung über ihren eigenen Körper reden, wenn sie ein Recht auf Abtreibung einfordern. Die eigentliche Problematik liegt außerhalb ihres Körpers.

 

Natürlich kann ein Staatswesen ein solches Recht gesetzlich festlegen. Wo das geschieht, verliert das Kind allerdings seinen Rechtsstatus als eigenständige Person. Es wird Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen.

 

Gesetze regeln Konflikte, gegebenenfalls vor Gericht. Wo ein Mann zu seiner Partnerin steht, bleibt ein solches Gesetz von vornherein außen vor. Wo nicht, wird prozessiert.

 

Unsere bisherige Rechtsprechung verpflichtet einen Mann zum Unterhalt seines Kindes, weil sie vom Verursacherprinzip ausgeht. Bis jetzt ist das der Mann als Erzeuger.

 

Diese Rechtslage ändert sich schlagartig, wenn für die Frau ein Recht auf Abtreibung eingeführt wird.

 

Jeder Mann kann damit in Zukunft die Unterhaltszahlung verweigern, weil die Letztursache, dass ein Kind lebt, nicht mehr er als Erzeuger ist, sondern die Frau, die ihr Recht auf Abtreibung nicht in Anspruch genommen hat. Sie ist damit die allein Verantwortliche für das Kind. Sie muss dann für die dazu nötigen Kosten aufkommen und nicht mehr der Mann. Sie hätte das Kind ja wegmachen lassen können.  

 

Diese Haltung vermehrt den Druck auf Frauen abzutreiben. Aus Recht wird Zwang, ein heimlicher Freibrief für Männer, medial gefeiert als Befreiung der Frau.

 

Eine Pflicht zur Abtreibung entsteht aus dem neuen Recht darauf selbstverständlich nicht. Treibt sie aber ab, ist der Mann aus dem Schneider, tut sie es nicht, zahlt sie für das Kind. So oder so, er ist in beiden Fällen fein heraus. Ihr Kind, falls es überhaupt leben darf, wird ein reiner Prozessgegenstand sein, für den eine finanzielle Regelung entsprechend den dann geltenden Gesetzen ähnlich einer Schadensregelung nach einem Verkehrsunfall gefunden werden muss.

 

Ob das alle diejenigen sehr gut durchdacht haben, die für ein solches Abtreibungsrecht streiten?
Obendrein ist ein Abtreibungsrecht, das nur für die Frau gilt, eine Diskriminierung der Männer, was im Zeitalter der Gleichberechtigung nicht geht. Auf die möglichen Musterprozesse darf man gespannt sein.

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29. August 2017 2 29 /08 /August /2017 09:45

Militärparaden wie in diktatorischen Staaten verraten viel über die eigentliche Gesinnung.

 

„Neuzeitliche Demokratien sind ein einziger Etiquettenschwindel“ wetterte Sommer für Sommer ein französischer Bekannter, wenn er sich zusammen mit einem Freund bei uns zum deutschen Bier oder französischem Rose einfand, immer eine seiner indonesischen Zigaretten mit Nelkengeschmack rauchend.

 

Wählen geht er nicht, kennt sich aber sehr gut in französischer Politik aus, an der er in unseren abendlichen Gesprächen meist kein gutes Haar ließ. Dabei zeigte sich seine hohe Belesenheit. Wessen Herz und Kopf voll ist, dessen Mund läuft über. So auch bei ihm, so dass ich ihm schon vor Jahren vorschlug, doch endlich eine Streitschrift zu seinem Herzensanliegen, einer Musterverfassung für eine wahre Demokratie, zu veröffentlichen.

 

Dieses Jahr nun legte ich ihm einen roten Faden vor, getippt auf meinem Notebook, wie er mir nach nächtlicher Diskussion mit ihm nachhallte. Er war ganz und gar nicht damit einverstanden, ging aber auf meinem Vorschlag ein, doch gemeinsam einen ersten Versuch zu starten. Fünf erste Seiten schafften wir, dann war sein Urlaub zu Ende. Dennoch hoffe ich, dass er die restlichen zwei oder drei Seiten nun allein in Angriff nimmt und nicht bis zum nächsten Sommerurlaub auf mich wartet. Während unseres Zusammenseins dämmerte mir, dass er einen vollständigen Neuentwurf einer solchen Musterverfassung im Kopf hat, ihn aber bis jetzt nie in Angriff nahm.

 

Ich will ihm den Inhalt ja nicht vorwegnehmen, doch so viel sei schon verraten. Er geht davon aus, dass eine große Mehrheit in den westlichen Ländern die französische Menschen- und Bürgerrechtserklärung vom 26. August 1789 als wesensbestimmend für eine Verfassung anerkennt.

 

Zwei Sätze dort haben es ihm besonders angetan: Die Unwissenheit über die Grundrechte ist die Wurzel des Elends des Volkes und die Korruptheit der Regierungen. Diese Unwissenheit entsteht durch fehlende Bildung und fehlende Information. Folgerichtig ergänzt er die Dreiteilung der Gewalten von Montesquieu, die Legislative, die Judikative und die Exekutive, die er sowieso nirgends in den neuzeitlichen Demokratien sauber voneinander getrennt erfüllt sieht, durch eine Autorität der Bildung, der Information und der Finanzkontrolle. Aus drei Gewalten entstehen somit sechs.

 

Artikel 16 dieser Menschen- und Bürgerrechtserklärung ist für ihn der Schlüssel seiner weiteren Überlegungen. Jede Gesellschaft, deren Verfassung weder die Rechte des Bürgers noch die Trennung der Gewalten garantiert, hat keine Verfassung im demokratischen Sinne. Überall dort, wo diese Zielsetzung verfehlt wird, herrscht kein wahre Demokratie. Nirgends auf dieser Welt sieht er diesen von ihm heiß ersehnten Demokratiebegriff verwirklicht. Im Gegenteil, so ist er überzeugt, haben die Mächtigen der angeblichen Demokratien dieser Welt es bestens verstanden, die eigentlichen demokratischen Rechte und Grundzüge raffiniert zu verschleiern, um sich ihren Machterhalt zu sichern. Beispiele führt er natürlich aus seinem französischen Umfeld an. Aber es ist ein Leichtes, in der eigenen Scheindemokratie ähnliche Machtmuster zu entdecken, was er sich weltweit als Aufgabe der politisch wachen Menschen wünscht.

 

Damit die sechs Gewalten wirklich unabhängig und getrennt von einander wirken können, schlägt er ein Führungsgremium aus jeweils neun Mitgliedern vor, von denen drei Mitglieder, die Fachkräfte auf diesem Gebiet sein müssen, vom Volk gewählt werden, drei weitere Fachkräfte vom gewählten Parlament und drei weitere Fachkräfte durch Los bestimmt werden.

 

Das genauere Zusammenspiel der Gewaltenteilung erspare ich mir hier und verweise auf den zukünftigen Text von Serge Cahuzac  „ L‘escroquerie des démocraties modernes“.

 

So trocken sich sein Text auch liest, er ist äußerst bedenkenswert. Sollte sich dieses Gedankengut ausbreiten, könnte er vor allem in den westlichen Demokratien viele Mängel zum Guten wenden. Davon bin ich überzeugt.

 

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10. Juni 2015 3 10 /06 /Juni /2015 09:56

Das gängige Schlagwort „Ehe für alle“ ist eine faustdicke Lüge. Gemeint sind nämlich ausschließlich feste gleichgeschlechtliche Paarbeziehungen. Diese bewegen sich in allen westlichen Gesellschaften im Promillebereich. Das passt überhaupt nicht zum riesigen Medienrummel, der seit vielen Jahren darum gemacht wird. Deshalb vermute ich, dass es sich bei der Forderung nach Gleichstellung der Homo-Ehe mit der klassischen Ehe um eine Zwischenlösung handelt, die ein ganz anderes Endziel verfolgt.

 

Kommt es aus der kapitalistischen Ecke, sehe ich als Fernziel die Abschaffung des Ehegattensplittings, weil dieser verwässerte Ehebegriff für eine sinnvolle Begründung nicht mehr ausreicht. Das erhöht die Steuereinnahmen. Kommt es aus der Ecke der finanzstarken islamischen Staaten, sehe ich als Fernziel die Abschaffung der Monogamie; weil man auf der Diskriminierungswelle, dass Homosexuelle gegenüber den Moslems bevorzugt werden, bestens reiten kann, siehe Frankreich.

 

Von unserer Sexualität her sind wir überhaupt nicht auf die Zahl 2 festgelegt. Die verantwortungsvolle Partnerschaft von Mann und Frau, wenn möglich mit zukünftigem Nachwuchs für die Gesellschaft, hat kulturelle Wurzeln, in unseren Breiten jüdisch-christliche. Dass man in der öffentlichen Debatte diese aufgibt, aber geradezu magisch an der Zahl 2 als Paar festhält, lässt sich weder biologisch, noch kulturell begründen. Doch das wird in den Medien fast vollständig ausgeblendet und scheint kaum jemanden zu kümmern.

 

Verantwortungsvolle Partnerschaften gibt es in unserer Gesellschaft zuhauf, ohne dass sie in diese Diskussion um einen erweiterten Ehebegriff eingebunden werden. Diese merkwürdige  Einengung auf gleichgeschlechtliche Paare wird so gut wie nie hinterfragt.

 

Ganz fehl am Platz ist in dieser Debatte der Hinweis, dass es keine Liebe erster und zweiter Klasse geben darf; denn damit ist jedes Liebesverhältnis, z.B. auch ein Dreiecksverhältnis oder ein vor einem Imam geschlossenes weiteres Bündnis automatisch eine Ehe im erweiterten Sinn. Zivilehe als juristische Größe kommt in ihrer Definition ohne den Begriff Liebe aus. Hier genügt Ehe als schützenswerte Verantwortungsgemeinschaft, die offen ist für Nachwuchs als Zukunft einer Gesellschaft.

 

Das katholische Verständnis von Ehe als Sakrament, das ich teile, kann nur für katholische Gläubige bindende Norm sein, nicht aber für die anderen Mitglieder eines Gemeinwesens. Ein Staat kann für sich z. B. festlegen, dass Ehe als juristische Größe überhaupt nicht mehr vorkommt. Würde er das tun, wäre mit einem Schlag deutlich, wie hohl und mit welch falschem Zungenschlag die derzeitige Debatte um die Homo-Ehe geführt wird.

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  • : Blog von Winfried Schley
  • : Anekdoten, Gedanken, Gedichte, - mal heiter, mal nachdenklich, Theologisches und Philosophisches im Alltag, dt.-frz. Beziehungen und Städtepartnerschaft, Kunst und Kunstausstellungen, ... und was mir sonst noch in den Sinn kommt.
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  • Winfried Schley
  • Niemals in Gleichgültigkeit verfallen, unabhängig davon, was im Leben auf mich zukommt !  
 Ich interessiere mich für alles, was dem friedlichen Zusammenleben der Menschen dient.
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