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21. Februar 2010 7 21 /02 /Februar /2010 11:25
Adam.jpgWenn man Presseberichten glauben darf, sollen in den USA Minderjährige bereits zu Tausenden von ihren Müttern zum Schönheitschirurgen begleitet werden, um die Brust zu vergrößern, Fett abzusaugen, Nase, Ohren oder Kinn zu korrigieren. Als Heldin gilt, wer am meisten schnippeln lässt. Sie darf nach dem operativen Eingriff  vor lauter Rührung - und vor laufender Kamera - in die Arme des Freundes, der Freundin oder der Mutter sinken.

Junge Russinnen sollen sich die Knochen brechen lassen, um ihre Beine zu verlängern, sich die Vagina verengen, die Schamlippen verkleinern und straffen lassen zur erhöhten Attraktivität und verbesserten Lustreizung des Mannes. Welche Vorstellung von sich selbst als Frau steckt dahinter?

Jeder fünfte Mann wünscht sich angeblich eine Schönheitsoperation und jeder siebte besucht eine Schönheitsklinik für Haarverpflanzungen, Fettabsaugen, Lidstraffen, Faltenbehandlung bis hin zur Verdickung des Penis mit Eigenfett und Straffung des Hodensackes.

Wer diktiert diesen Körperwahn? Wer schreibt den idealtypischen Körper vor? Wer unterwirft sich gläubig hier dem Diätfanatismus einer neuen Priesterkaste, die als letzte Rettung mit dem Skalpell Heilung vor dem Älterwerden und der Sterblichkeit verspricht? Welches gestörte Verhältnis zum eigenen Körper liegt hier vor? Ist es eine verspätete Gegenbewegung gegen mittelalterliche Leibfeindlichkeit, die der Seele des Menschen den Vorrang gab, den menschlichen Körper verachtete, die natürliche Sinneslust unterdrückte und durch harte Askese- und Bußpraktiken abzutöten versuchte?

Schon damals wurde das gesunde, das religiöse Fasten gepredigt, das Leib, Seele und Geist aufbaut, wie man an den Fastenanleitungen der Mystikerin Hildegard von Bingen (1098 – 1179) sieht, deren Leistungen auch heute noch von unterschiedlichen Disziplinen wie Medizin, Biologie und Musik anerkannt werden. Heil und Heilung sind für diese Frau nur im Einklang mit Natur und Schöpfung möglich. Sie predigte als erste Nonne öffentlich dem Volk die Umkehr zu Gott. Kaiser Barbarossa berief sie zu seiner Pfalz Ingelheim, um Rat zu suchen. Ihre Lehre faszinierte zu ihrer Zeit nicht nur die Nonnen, sondern auch Mönche, Adlige und Laien.

Das Heilfasten nach Hildegard von Bingen weckt Lebensenergie, stärkt das Abwehrsystem, entlastet die Verdauung, aktiviert den Stoffwechsel und erfrischt Geist und Seele. Hier ein kleiner Tipp aus ihren Aufzeichnungen:

Fastensuppe:
Zutaten: Dinkel, Steinsalz, Sellerie, Karotten, Zwiebel, Galgant, Fenchel, Quendel, Petersilie, Ysop

Müsli: Je nach Geschmack mit Wasser aufkochen und süßen.
Zutaten: Dinkel, Apfelstücke, Rosinen, Bertram, Galgant, Zimt, Flohsamen

Tee:
Zutaten: Apfelstücke, Fenchel, Brombeerblätter, Brennnessel, Süßholz, Sandel
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19. Februar 2010 5 19 /02 /Februar /2010 20:22
„Wie kommt es eigentlich, dass vielen von uns heute jede alte und auch neue, jede fremde und vor allen jede „Wellness“-Religion normaler und salonfähiger vorkommt als ein katholischer Orden? Dass ein Mönch aus Tibet geradezu sexy wirkt, einer aus Birma beinahe wie Che Guevara, ein Franziskaner aber wie ein fleischgewordener Anachronismus?“. „Was ist mit uns passiert?“, fragt die Dokumentarfilm-Regisseurin Susanne Aernecke in ihrem unterhaltsamen und lesenswerten Buch „Komm mit, ich liebe dich“ über Spiritualität in Deutschland, erschienen im Piperverlag München.

Herzerfrischend, geradlinig, manchmal rotzfrech beschreibt sie ihre Recherchen zu und ihre Besuche bei dieser „Parallelgesellschaft, ohne die der Großteil unserer heutigen Kultur, unseres Wissens und unserer Werte gar nicht vorstellbar wäre. Und die, auch wenn die meisten das gar nicht merken, nach wie vor mitten unter uns wirkt.“

Was sie in ihrem Buch alles so schreibt, verrate ich hier nicht, außer: „Abenteuerlich war, dass ich zwar als neugierige, aber innerlich unbeteiligte Chronistin gestartet bin und unterwegs gezwungen wurde, mich berührten zu lassen. Es ging  nicht anders.“

Für ganz Eilige einige Stationen ihrer Rundreise: St. Ottilien, Bingen, Stiepel, Marienstatt, Köln, Waldniel, Helfta, Würzburg, Berlin, St. Blasien, Heiligenkreuz, Christian Herwartz, Nauen, Stein am Rhein, Bruder Benno:
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17. Februar 2010 3 17 /02 /Februar /2010 15:38
Indien 2007: In einem Flugblatt warfen Hindugruppen indischen Christen folgendes vor: „Sie behandeln alle gleich, erziehen die Waisen, um sie zu bekehren, bieten jenen, die es sich nicht leisten können, medizinische Versorgung, und missachten das Kastensystem, indem sie freie Eheschließungen und Handelstausch zwischen Personen akzeptieren, die keinerlei Kontakt untereinander haben sollten.“ Sie forderten die indischen Christen auf, sofort indisches Gebiet zu verlassen oder zur ursprünglichen Religion, dem Hinduismus, zurückzukehren. Andernfalls würden alle wahrhaften Inder ihnen nach dem Leben trachten, um so ihren Mut und ihren Patriotismus zu beweisen.

Indien 2008: Zwei katholische Ordensschwestern und drei jugendliche Mädchen bereiteten ein Erziehungsprogramm für Frauen vor, das u.a. Alphabetisierungskurse für Erwachsene, den Aufbau von Selbsthilfegruppen und Kurse zur Vorbeugung gegen Aids vorsah. Sie wurden aufgefordert, sofort das Dorf zu verlassen und nie wiederzukommen, andernfalls würde man ihnen die Beine brechen.

Der katholische Erzbischof Leo Cornelio aus Bophal in Indien erklärte in einem Interview 2008 zu Christenverfolgungen in Orissa/Indien: „Neun von zehn Christen sind Stammesangehörige und Kastenlose (Dalits) mit geringer Bildung. Die Christen lehren, dass alle vor Gott gleichwertig sind. Die reichen Bauern, die am Kastenwesen festhalten, stört das. Die hinduistischen Landbesitzer fürchten, die spottbilligen Arbeitskräfte könnten mit einer besseren Ausbildung durch christliche Schulen in die Städte abwandern. Zwar sind nur drei Prozent der dortigen Bevölkerung Christen. Sie betreiben aber ein Fünftel bis ein Viertel aller Schulen.“

Irak 2007: Ein islamischer Geistlicher gab eine Fatwa (islamische Rechtsverfügung) heraus, in der er erklärte, Häuser von Christen seien rechtmäßiger Besitz der muslimischen Gemeinde.

Nigeria 2007: Der öffentliche Verkauf und Konsum von Alkohol ist verboten, auch für Nicht-Muslime. Verkauft werden darf Alkohol nur an bestimmten staatlichen Stellen wie Polizeistationen oder Kasernen. Bewerber für Regierungsämter werden abgelehnt, wenn sie christliche Vornamen haben. Islamische Kleiderordnung und Verschleierung gilt für alle Frauen, auch für Nicht-Muslime.

Nordkorea 2007: Aus einem Dokument an alle Kasernen des Landes: “Religion breitet sich wie ein Krebsgeschwür in Nordkoreas Militär aus, dessen Auftrag es ist, den Sozialismus zu verteidigen. Religion muss ausgerottet werden; denn  sie kommt von unseren Feinden überall in der Welt. Wir dürfen Dokumente, Video- oder Audiomaterialien, die vom Feind produziert worden sind, nicht lesen, hören oder ansehen. Der Feind benutzt Radio und Fernsehen, um durch gut gemachte strategische Nachrichten und Intrigen falsche, d.h. religiöse oder antisozialistische Propaganda zu verbreiten. Dieses Material ist wie Gift, das den Sozialismus verdirbt und das Klassenbewusstsein schwächt.“

Pakistan 2007: Nach dem Blasphemie-Gesetz droht lebenslange Haftstrafe für Angriffe auf den Koran, bei Beleidigung des Propheten Muhammad gar die Todesstrafe. Auspeitschungen und Steinigungen sind vorgesehen bei Ehebruch, Glücksspiel, Alkoholkonsum und Eigentumsdelikten.

Sudan 2007: Fünfzehn Tage Gefängnis erhielt eine britische Lehrerin, weil sie es zugelassen hatte, dass siebenjährige Schüler ihren Teddybären „Muhammad“ genannt hatten. Öffentlichen Forderungen nach vierzig Peitschenhieben oder sechs Monaten Gefängnis kam der Präsident des Landes durch Begnadigung und Landesverweis zuvor.

Türkei: Offiziell anerkannte Religionsgemeinschaften sind die jüdische Gemeinde, die Griechisch-Orthodoxe Kirche und die Armenisch-Orthodoxe Kirche. Keinen Rechtsstatus haben die assyrische, die chaldäische, die syrische und die maronitische Ostkirche. Sie haben weder das Recht auf Schulen, Sozialeinrichtungen, Priesterseminare noch Kirchenbauten. Westliche Kirchen wie die römisch-katholische Kirche oder verschiedene protestantische Gemeinschaften haben den Status von Verwaltern wohltätiger Einrichtungen im Bildungs- und Gesundheitssektor ohne Rechte auf die dazugehörigen Immobilien. Islamische Gruppierungen unterstehen der Behörde für Religionsangelegenheiten. Von ihr werden Geistliche, Religionslehrer usw,  angestellt, ausgebildet und entlohnt.

Quelle:
Kirche in Not, Ostpriesterhilfe Deutschland e.V. München,
Christen in großer Bedrängnis, 2. Auflage 2009
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15. Februar 2010 1 15 /02 /Februar /2010 20:05
Geographisch gesehen ist Europa kein Kontinent, sondern ein Wurstzipfel Asiens. Kulturell gesehen hatte Europa in seiner Geschichte der letzten 3000 Jahre immer mehr an Einfluss und Strahlkraft auf diesem Globus gewonnen, so dass man wohl zu Recht von einem Europa als kulturellem Kontinent sprechen kann, auch wenn es nicht immer zum Segen für die Menschheit dieses Planeten war. Trotz aller Spannungen und Gegensätze mit ihren inneren und äußeren Zerfleischungen wie Nationalkriege und Kolonialisierung war die wohl größte Triebfeder dieser Entwicklung das Christentum in seinen verschiedensten Ausprägungen. Kirchenbauten überall vom Atlantik bis zum Ural als steinerne Zeugen, viel sakrale Kunst und Malerei darin oder in Museen sind heute noch Anziehungspunkte für Touristen aus aller Welt. Erfindergeist und Technik läuteten die Industrialisierung ein und brachten einen ungeahnten Fortschritt und Wohlstand, wie es reinen Agrarkulturen unmöglich gewesen wäre.

Wer ahnt heute noch, dass hinter dieser Forschungsmentalität einst das Studium der christlichen Mönche stand mit ihrer Alphabetisierung zunächst der Oberschichten, dann der Landbevölkerung in den Klosterschulen? Große medizinische Fortschritte hatten ihre Wurzel in der Grundhaltung, dass alles dem Wohle und der Gesundung der Menschen diene, abgeleitet aus dem christlichen Gedanken der Nächstenliebe. Der Glaube an einen Gott, der in der Geschichte wirkt, ermöglichte lineares, auf Zukunft ausgerichtetes Denken und Planen im Gegensatz zu naturzyklischen Religionen, die nur das Überleben aus dem Augenblick und dem Erntezyklus kannten.

Heute haben wir ein Europa, das seine einstigen religiösen und sittlichen Grundlagen verneint. Noch lebt es und funktioniert seiner Auflösung entgegen, wie einst das Römische Reich innerlich zerfallen ist. Gottes- und Nächstenliebe sind durch Eigenliebe, die im Gewand angeblicher Freiheit und Selbstbestimmung daherkommt, ersetzt. Kinder werden nicht mehr als Zukunft und Geschenk, sondern als Belastung gesehen. Sie sind zum Armutsrisiko verkommen.

Ein überaltertes Europa wird sich von jungen Menschen, die von woanders herkommen und ihre eigenen Wertvorstellungen mitbringen, pflegen und ernähren lassen müssen, vorausgesetzt, diese übernehmen gegen Entgeld diesen Dienst und bemächtigen sich nicht, sobald sie zahlenmäßig überlegen sind, einfach der vorhandenen materiellen Ressourcen und Güter, indem sie um ihres eigenen Nachwuchses willen die alteuropäischen Alten, Kranken, Kinderlosen und gleichgeschlechtlichen Paare dem vorzeitigen Tod ausliefern, da diese für Europas Zukunft ja doch keine Rolle mehr spielen.

Wäre es nicht besser, das Europa der Zukunft besänne sich wieder auf seine christliche Vergangenheit? Vielleicht hilft wirklich nur noch beten.
prayerbox
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15. Februar 2010 1 15 /02 /Februar /2010 16:05
Wer hat sie nicht schon einmal gesehen, jene Männer auf öffentlichen Plätzen mit dem orientalischen Aussehen? Ihre Hand umspielt eine schwarze Perlenkette, die sie unablässig durch Daumen und Zeigefinger gleiten lassen. Anfangs hielt ich das für eine Beschäftigung gegen den Stress in der Fremde und zugleich für ein Signal zur Ausschau nach seinesgleichen.

Erst später erfuhr ich, dass diese Kette 33 Perlen umfasst und dreimal durch die Finger gleitet, um die 99 Namen Allahs mit den Händen zu beten. Den hundertsten Namen weiß Allah allein. Ob die Männer mit der Kette sich überhaupt der Bedeutung ihres Perlenspiels bewusst sind? Ich habe bis heute jedenfalls keinen Moslem kennen gelernt, der mir die 99 Namen seiner Perlen aufsagen konnte. Keinem war es wichtig, sie vom Kopf her zu wissen. Sie begnügten sich mit der betenden Absicht, Allah zu preisen. Irgendwie habe ich sie darin verstanden. Wo Hände zärtlich streicheln, braucht es ja auch keinen intellektuellen oder philosophischen Vortrag, um verstanden zu werden.

Eine Gebetsperlenkette kennt auch die Katholische Kirche, den Rosenkranz. Fragt man einen praktizierenden Katholiken danach, bezeichnet er den Rosenkranz meist spontan als Mariengebet, als Gebet zur Gottesmutter Maria.

Befasst man sich jedoch genauer mit seinem Inhalt, so stellt man fest, dass hier in einem festen Schema die Botschaft über Jesus Christus kurz zusammengefasst ist. Im Mittelpunkt der kleinen Merksätze stehen nämlich immer das Leben und die Verkündigung Jesu Christi. Jeweils in fünf mal zehn Wiederholungen werden die zentralen Geschehnisse aus dem Leben Jesu und ihre Bedeutung für ein christliches Leben meditiert. Der Rosenkranz ist somit im tieferen Sinn ein Christusgebet.

Ein marianisches Gebet ist er nur insofern, als hier das Leben und die Bedeutung Jesu Christi eingebettet ist in den fünf mal im Zehnerblock wiederholten marianischen Gruß des „Ave Maria“, man also Christus gleichsam aus dem Blickwinkel Mariens betrachtet, wobei jeder Zehnerschritt mit einem Lobpreis auf den dreifaltigen Gott abschließt.

Wohl niemand wird Jesus und seine Bedeutung besser gekannt haben als seine eigene Mutter Maria. Ob deshalb wohl vor allem Frauen dieses Gebet besonders andächtig beten, weil hier mütterlich-weibliche Spiritualität den Zugang zu Jesus Christus als dem lang erwarteten und endlich gekommenen Messias aufbereitet?
rosenkranz1
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14. Februar 2010 7 14 /02 /Februar /2010 20:52

 

„Lieber kurz und intensiv gelebt, als lange Zeit gedarbt! Leben ohne Spaß ist kein Leben!“, höre ich so manchen Jugendlichen dahinsagen. Schlagartig anders wird das, wenn plötzlich eine ernst zu nehmende Krankheit oder gar der Tod ihn selbst oder einen nahestehenden Freund bedroht und ihm mit voller Wucht bewusst macht, wie brüchig und endlich doch Leben, auch das eigene, ist. „Das kann doch nicht alles gewesen sein! Da hätte es doch mehr und anderes geben müssen!“, bekomme ich dann zu hören.

Formulierung wie „nicht alles“ oder „mehr und anderes“ verraten eine tiefe Sehnsucht nach etwas, das über den augenblicklichen Kick hinausgeht, was beständiger ist, inneren Frieden und Erfüllung bringt, Kraft und Trost fürs Loslassen, für den Abschied aus dem irdischen Dasein, für einen Übergang ins Unbekannte spendet.

Diese innere Unruhe begleitet den Menschen ein Leben lang, auch wenn er sie zeitweilig im Trubel der Geschäftigkeit, in der Ablenkung dieser Welt gar nicht spürt, ja nicht einmal vermisst. Nur wer Langeweile und Stille aushalten lernt, wird diese Erfahrung machen.

Christen sind überzeugt, dass diese innere geistige Unruhe einen Grund, eine Ursache, genauer einen Verursacher hat, also von jemandem herkommt, der eben diesen Menschen gewollt ihn ins Leben gerufen hat und ihn vorbehaltlos liebt. Dieses unstillbare Verlangen, das der dadurch beunruhigte Mensch in sich spürt, ist für Glaubende das im Menschen durch einen „Schöpfergeist“ eingelagerte Echo einer anderen Sehnsucht, der Sehnsucht eines „unendlichen Gottes“ nach gerade diesem Menschen ganz persönlich.

Jesus von Nazaret – Sohn der Maria nennt ihn der Koran der Moslems und die Christen bekennen ihn als den Christus, den Messias, den Erlöser - hat diesem Phänomen den Namen „Vater“ gegeben und den Menschen verkündet, dass es das Wichtigste ist, diese Wahrheit zum zentralen Inhalt des eigenen Lebens werden zu lassen. Christen glauben, dass er um dieses Geheimnis des unstillbaren Verlangens nach diesem Vater deshalb so gut Bescheid weiß, weil er in einmaliger, unverwechselbarer Art und Weise ganz auf dessen Seite gehört, vollkommen durchdrungen von dessen göttlichem Geist.

Christen bekennen ihn daher als „Sohn Gottes“ und beten ganz ungeniert etwas verkürzt: „Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.“ Theologisch genauer müsste es allerdings heißen: „Ehre sei dem Vater durch den Sohn im Heiligen Geist ...“; denn für Christen ist Christus ihre Verbindung im Geist zum Vater.
christus

 

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8. Februar 2010 1 08 /02 /Februar /2010 17:24

(Pater Gertler hat mal wieder zugelangt:)

„Darüber kann man doch nicht sprechen!“ Das höre ich oft, wenn es um persönliche Probleme geht. „Das kann ich Ihnen doch nicht zumuten. Das belastet Sie doch nur.“ Meine Erfahrung ist eine ganz andere. Mich belastet, wenn ich solche persönlichen Probleme spüre und sie eben nicht angesprochen werden. Und das gilt für mich selbst und das gilt für die Menschen, mit denen ich lebe und die mich um Gespräche bitten. Ja, das geschieht, Menschen bitten um geistliche Gespräche, aber das Eigentliche kann nicht gesagt werden… Es ist schlimm, wenn es nicht geäußert wird, immer nur im Inneren kreist, aber den Menschen nie verlässt. Das vergiftet auf die Dauer. 

Freilich schäme ich mich auch, wenn ich etwas sehr Privates aussprechen will. Und wie! Wer tut das nicht? Das ist ja schon bei jedem Arztbesuch so, wenn es um private Körpergegenden geht. Was wird der andere von mir denken, wenn ich ihm dieses Problem oder dieses schlimme Vorkommnis beichte? Ja, es kostet große Überwindung. Es braucht Mut. Und es braucht großes Vertrauen, dass der andere mein Geständnis nicht missbraucht. Oder dass ich es eines Tages als Anspielung oder ironische Bemerkung wieder zu hören bekomme. Darum kann das nur in einem geschützten Raum stattfinden. 

Aber es gibt auch kaum eine größere Erleichterung und Befreiung, kaum eine größere Freude, wenn es heraus ist. Und wenn es in Liebe, Ehrfurcht und Barmherzigkeit angehört und angenommen wurde. Ja, wenn ich losgesprochen wurde. 

Ich weiß noch, wie ich als Kind jubelnd die Kirchenstufen herabgesprungen bin, wenn ich von der Beichte kam. Oder auch später als Jugendlicher nach dem Gespräch bei meinem Kaplan, der mich begleitete und bei dem ich das Beichtgespräch (außerhalb des Beichtstuhls) kennen gelernt habe. Wie erleichtert und glücklich war ich! Oder auch nach so manchem schwierigen Gespräch in den späteren Jahren. Sogar nach meinem letzten Impuls über die pharisäerhaften oder auch zöllnerhaften Gedanken in mir war ich nachher freier davon. Ging es mir damit gut, obwohl es mir schwer gefallen war, das so zu Papier bringen oder besser in meinen Computer zu tippen. Dabei ist das, was ich hier in „update für die Seele“ schreibe, natürlich auch immer so etwas wie „literarisch“. Ich bin das, was ich schreibe, aber ich bin auch noch jemand anderes. Ich spitze zu und verallgemeinere. Aber um es gültiger zu machen. 

Aber zurück zum Thema: Warum schreibe ich über diese befreienden Erfahrungen des geistlichen Gesprächs und der Beichte? Ich möchte Ihnen Mut machen, sich auch eine geistliche Begleiterin oder einen geistlichen Begleiter oder auch einen Beichtvater zu suchen. „Unmöglich – no way“ werden Sie vielleicht sagen. Aber so unmöglich ist es nicht. Sie finden sogar auf „update seele“ unter der Rubrik „Gesprächspartner“ (rechts oben) Männer und Frauen, die bereit sind, Sie ein Stück auf Ihrem Glaubensweg zu begleiten. Warum möchte ich Ihnen dazu Mut machen? 

Weil ich mir die schönsten Dinge auf dieser Welt gar nicht selber sagen kann. Sie müssen mir von anderen gesagt werden. Weil ich frei werde, wenn ich äußere, was da in mir ist und mich traurig, unglücklich, ja verzweifelt macht. Wenn ich äußere, was an Last in mir liegt, dann kommt sie ja heraus. Dann ist sie nicht mehr nur in mir. Dann ist sie draußen. Jemand trägt sie mit: geteiltes Leid ist halbes Leid. Das ist immer meine Erfahrung gewesen und ich bin unendlich dankbar dafür. Und ich danke den vielen, die mich seit meiner Kindheit so begleitet haben im Beichtstuhl und außerhalb. 

Vielleicht sagen Sie: ich habe das aber noch nie gemacht. Ich habe noch nie über mein Inneres oder gar mein Innerstes gesprochen. Wie soll ich das denn können? Darf ich Ihnen dazu einen Vorschlag machen? Kaufen Sie sich ein Tagebuch. Oder wenn Ihnen das auch noch zu schwierig ist – es könnte ja mal irgendjemand in die Hände fallen –, dann nehmen Sie erst einmal ein ganz normales Blatt Papier. Sie dürfen auch gleich die Streichhölzer danebenlegen. Aber schreiben Sie mal auf: Ihre Wut, Ihre Trauer, Ihre Sehnsucht, Ihre Wunden, Ihre Sünden, Ihre schlechten Gewohnheiten, Ihre Belastungen, was immer da in Ihrem Inneren umherkreiselt. 

Sie werden die Erfahrung machen, dass das bei den ganz schweren Sachen erst einmal gar nicht geht. Ich krieg’s nicht mal aufs Papier. Ich kann’s nicht aufschreiben. Ich kann’s nicht in Worte fassen. Ja, so ging es mir auch manchmal. Und wenn ich es dann doch hingeschrieben hatte, dann habe ich es gleich wieder zugekritzelt. Das können Sie auch. Oder Sie können es gleich verbrennen… Aber was ich dann aufs Papier schreiben konnte, das ist schon mal geäußert. Das ist schon mal draußen und raus. Und wenn das geschafft war, dann konnte ich es eines Tages auch jemandem sagen. Und dann wurde ich freier und erlöster. Es muss dann nicht einfach weg sein, aber es setzt ein Verstehensprozess ein und allmählich auch Versöhnung. Ich lerne mich selbst neu und besser kennen. Ich lerne, mich selbst besser anzunehmen, weil ich die Annahme durch meine/n Begleiter/in spüre. Welch ein Glück! 

Also nur Mut. Es geht. Nehmen Sie erst einmal ein Stück altes Schmierpapier… 

(01.02.2010)

Es grüßt Sie herzlich

http://www.update-seele.de/uploads/pics/bildschrift_01.jpg

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10. Januar 2010 7 10 /01 /Januar /2010 12:46
sektglas10.jpg
„Ich habe ein Recht auf meine elterliche Erziehungsfreiheit!“ fordert eine Italienerin vor dem europäischen Gerichtshof, damit in den öffentlichen Schulen Italiens die Kruzifixe in den Klassenzimmern abgehängt werden.

„Ich habe ein Recht auf ein Minarett neben der Moschee als Zeichen meiner freien Religionsausübung!“ klagt ein Schweizer Moslem gegen den Volksentscheid über das Minarettverbot.

„Ich habe ein Recht auf meine vertraute schweizerische Kulturlandschaft ohne Minarett!“ betont der Schweizer Atheist von nebenan.

„Ich habe ein Recht auf ein uneingeschränktes Privatleben samt Abtreibung ohne Gesundheitsrisiko!“ klagt eine irische Frau vor dem Europa-Rat gegen ihr Heimatland Irland, das den Schwangerschaftsabbruch verbietet.

„Ich habe ein Recht auf Zugang zu meinem leiblichen Kind“! setzt sich der ledige Vater gegen deutsche Sorgerechtsvorschriften zur Wehr.

„Ich habe ein Recht auf Wissen um meine Herkunft, lieber bin ich tot!“ betont mehrheitlich der deutsche Ethikrat und verdammt Babyklappen und anonyme Geburten.

„Ich habe ein Recht auf selbstbestimmten Tod!“ sucht der Schwerkranke Beihilfe zu seiner Selbsttötung.

„Ich habe ein Recht auf freies Shopping an meinen freien Tagen!“ wünscht der Konsument die Abschaffung der Sonntagsruhe für die Verkäufer.

„Ich habe ein Recht auf störungsfreien Schlaf!“ prozessiert der Entnervte auf Abstellen des Kirchenläutens.

„Ich habe ein Recht auf das Verbot christlicher Kirchenglocken!“ bestimmen islamische Staaten, weil diese den moslemischen Glauben beleidigen.

„Ich habe ein Recht auf wirtschaftliches Wachstum!“ beharren Indien, China und Afrika auf dem Ausbau von Kohle- und Erdgaskraftwerken entgegen den Zielen der Kopenhagener Klimakonferenz.

„Ich habe ein Recht auf humane Behandlung!“ wendet sich ein grausamer Erpresser und Kindesmörder an die Öffentlichkeit und wirft der Polizei seelische Folter vor.

„Ich habe ein Recht auf meine persönliche Ehre und die meiner Familie!“ verteidigt sich ein kurdischer Familienvater gegen eine lebenslängliche Haftstrafe in Deutschland, davon überzeugt, dass seine Tochter wegen einer unerlaubten Liebschaft und einer Abtreibung als Hure und Mörderin den Tod verdient hat, und er sie deshalb von Familienangehörigen hinrichten lässt.

„Ich habe ein Recht auf Leben!
verhallt ungehört der stumme Schrei des Ungeborenen, bevor es die Abtreibungssonde zerreißt.
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6. Januar 2010 3 06 /01 /Januar /2010 11:31
ratte10.jpgDie Spur im Schnee auf der Terrasse verrät, dass eine Ratte an der warmen Kellerhauswand ihre Höhle haben muss.

Die Spuren in meinem Leben, die sich als ungefährer roter Faden herauskristallisierten, lassen mich ahnen, dass es eine Absicht mit mir persönlich außerhalb meiner selbst gibt.

Das Christentum bekennt sich seit Jesus Christus zu einem persönlichen Gott, zu dem man Vater sagen kann. Ob Jesus wirklich so daneben lag, wie heute viele glauben?
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4. Januar 2010 1 04 /01 /Januar /2010 10:49
Halt.jpg
innehalten
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Halt suchen
Halt finden
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  • : Anekdoten, Gedanken, Gedichte, - mal heiter, mal nachdenklich, Theologisches und Philosophisches im Alltag, dt.-frz. Beziehungen und Städtepartnerschaft, Kunst und Kunstausstellungen, ... und was mir sonst noch in den Sinn kommt.
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  • Winfried Schley
  • Niemals in Gleichgültigkeit verfallen, unabhängig davon, was im Leben auf mich zukommt !  
 Ich interessiere mich für alles, was dem friedlichen Zusammenleben der Menschen dient.
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