Anekdoten, Gedanken, Gedichte, - mal heiter, mal nachdenklich, Theologisches und Philosophisches im Alltag, dt.-frz. Beziehungen und Städtepartnerschaft, Kunst und Kunstausstellungen, ... und was mir sonst noch in den Sinn kommt.
Durch Winfried Schley
Welche verschobene Wahrnehmung! Da wird in der Presse und auf Internetforen die Beschneidung von jüdischen und muslimischen Jungen als tiefgreifende Körperverletzung angeprangert, die die Religionsfreiheit unterdrücke, obwohl z.B. jeder Beschnittene jederzeit zum Christentum konvertieren kann, und die gleiche mediale Öffentlichkeit bleibt ungerührt angesichts der millionenfachen vorgeburtlichen Kindstötung, verschleiert als Schwangerschaftsabbruch.
Gegen die Ströme von Blut bei Millionen von Abtreibungen verliert man in den gleichen Medien kein Wort. Jeder Kritiker wird meist als „christlicher Fundamentalist“ abgestempelt, oft zum Schweigen gebracht oder zumindest lächerlich gemacht.
Das Leid betroffener Mütter leugnet man dort und bezeichnet deren Tränen und Albträume als seelische Phantom-Schmerzen, mit denen sie anderen Leuten mit ihrer Einbildung auf die Nerven gehen.
Abtreibung ist längst ein Wirtschaftszweig mit dem selbstnachwachsenden Rohstoff namens Kind geworden. In den westlichen Industrieländern wird der Nachschub inzwischen knapper, so dass die Abtreibungslobby jetzt verstärkt auf dem afrikanischen Kontinent Schwangerschaftsabbruch als Grundrecht der Frau zur ihrer gesundheitlichen Vorsorge einfordert. Jede Abtreibung ist daher längst nicht mehr „eine zu viel“, sondern viel mehr „eine zu wenig“, wenn es einem „Lebensschützer“ gelingt, eine Mutter vor der zerstörerischen Tat gegen sich und ihr Kind zu bewahren.
Besorgtheit um Blutstropfen bei der Beschneidung einerseits, Befürworten und Profitieren von den Blutströmen abgetriebener Kinder andererseits ist eine gewaltige Betriebsblindheit von weiten Teilen unserer unserer modernen Gesellschaft!
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