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Anekdoten, Gedanken, Gedichte, - mal heiter, mal nachdenklich, Theologisches und Philosophisches im Alltag, dt.-frz. Beziehungen und Städtepartnerschaft, Kunst und Kunstausstellungen, ... und was mir sonst noch in den Sinn kommt.

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Hungertod ist Mord !

„Ein Kind, das an Hunger stirbt, wird ermordet“, sagt Jean Ziegler, der Vizepräsident des beratenden Ausschusses des UNO-Menschrechtsrats. Seine Bücher „Wie kommt der Hunger in die Welt?“ und „Der Hass auf den Westen.“ habe ich verschlungen. Sie sind treffend, scharfsinnig, sorgfältig recherchiert, sprachlich gewandt und sicher geschrieben. Das macht ihm so schnell keiner nach.

So stellt er fest, dass die heutige Landwirtschaft problemlos zwölf Milliarden Menschen, also die doppelte heutige Erdbevölkerung, ernähren könnte, wäre da nicht eine vollkommen verfehlte, egoistische Subventionspolitik der reichen Industrienationen, die Afrika mit billigem Obst, Gemüse und Geflügel aus Europa überschwemmt und damit den afrikanischen Bauern das Existenzminimum raubt. Hart ins Gericht geht er mit den internationalen Großbanken, vor allem ihrer Hedgefonds, die nur Deviseneinkünfte aus den Schuldentilgungen der armen Länder und den Agrarrohstoffmarkt im Blick haben. Sie streichen Riesenprofite mit um bis zu 110 Prozent gestiegenen Preisen auf die Grundnahrungsmittel Mais, Getreide und Reis ein. Sie verkaufen an Pensionskassen, institutionelle Anleger und Privatleute Zertifikate, die jährlich zwischen 30 und 35 Prozent an Reingewinn abwerfen, die für Jean Ziegler nichts anderes sind als eine mörderische Spekulation mit Termingeschäften, weit entfernt und vollkommen losgelöst von der mühseligen Erntearbeit der einheimischen Bauern vor Ort. Das ist für ihn moderner Sklavenhandel am Computer, aber wesentlich preiswerter, weil man die heutigen Sklaven nicht mehr woandershin verschiffen muss.

Von einer 50-Liter-Tankfüllung Biosprit kann ein Kind in Afrika oder Lateinamerika ein Jahr lang leben, jedoch nicht in Form von Bioethanol und Biodiesel, sondern in Form jener 358 Kilo Mais, die dafür verbrannt werden und daher als Grundnahrungsmittel fehlen.

Jean Ziegler macht sich mit seinem weltweiten Engagement sicher viele Feinde, hoffentlich aber auch viele Freunde. Näheres über ihn auf Wikipedia.


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W
<br /> <br /> Noch ein Buchtipp: Jean Ziegler, "Die neuen Herrscher der Welt und ihre globalen Widersacher."<br /> <br /> <br /> <br />
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