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Anekdoten, Gedanken, Gedichte, - mal heiter, mal nachdenklich, Theologisches und Philosophisches im Alltag, dt.-frz. Beziehungen und Städtepartnerschaft, Kunst und Kunstausstellungen, ... und was mir sonst noch in den Sinn kommt.

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Medialer Super-Gau

Dass Medien über die Missbrauchsfälle, auch solche in der Katholischen Kirche, berichten, ist wohl das Recht der Journalisten. Sie leiten damit hoffentlich auch einen notwendigen Selbstreinigungsprozess innerhalb der Kirche ein.

 

Dieser Tage nun beendete die Deutsche Bischofskonferenz ihre Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen Leiter eines von ihr in Auftrag gegebenen Missbrauchs-Forschungsprojekts und sucht für das Vorhaben einen neuen Leiter. Sofort geistert durch die Presse: „Kirche stoppt Affären-Aufklärung“. Gefunden habe ich in den Medien bisher nur zwei wirklich wichtige gegensätzliche Positionen, nämlich ein umstrittenes Mitspracherecht bei der Besetzung von Posten innerhalb dieses Institutes und eine Meinungsverschiedenheit darüber, wo Aufklärung aufhört und Voyeurismus beginnt.

 

Hat die Katholische Kirche denn keine erfahrenen Medienberater, die genau wissen, dass Medien sich verkaufen müssen, sich daher gezwungen sehen, ihre Berichterstattung auf den Skandal aufzubauen, und dabei differenzierte Fakten ausblenden? In den Redaktionen herrscht die Vorstellung vor, dass man Betroffenheit erzeugen und damit Auflage machen muss. Der Skandal ist Garant für Verkaufserfolg. Es wird sorgfältigst geplant, wie lange sich ein heißes Thema am Laufen halten lässt, wann es abebbt und ab wann man es wieder aus der Versenkung des Überdrusses holen kann. Weniger Tatsachen als vielmehr Meinungen über Tatsachen prägen die Medienlandschaft. Da sind Verzerrungen und Klischees an der Tagesordnung, erst recht in einer kirchenfeindlichen Gesamtatmosphäre.

 

Wenn man von kirchlicher Seite treuherzig naiv vom verlorenen Vertrauen in die Arbeit dieses Institutes spricht und daher den Vertrag aufkündigt, nimmt das die Mehrheit in der medialen Öffentlichkeit sicher nicht ab. Viel zu eingefleischt sind unsere vorgefertigten Wahrnehmungsmuster, wie wir nach Stichworten wie Verschwörung, Vertuschung oder Machtmissbrauch geradezu lechzen und es fast automatisch jeder Institution, auch einer kirchlichen, unterstellen. Ohne erzeugte Betroffenheit liest kein Leser weiter, hört man auf keine Nachricht hin.


Hätten die Diözesanleitungen diesen Problemkreis nicht intelligenter lösen können? Jetzt haben sie alle antikirchlichen Klischees bedient, die man nur nähren kann. Der Vertrauensverlust bei der Allgemeinheit wird weiter anwachsen. Dagegen wirkt das verlorene Vertrauen in das Forschungsinstitut geradezu lächerlich. Damit schießen die deutschen Bischöfe ein mediales Eigentor, das mir die Sprache verschlägt. Sie erleben hier ihren medialen Super-Gau, der sie weitere Kirchenaustritte kosten wird.

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