Anekdoten, Gedanken, Gedichte, - mal heiter, mal nachdenklich, Theologisches und Philosophisches im Alltag, dt.-frz. Beziehungen und Städtepartnerschaft, Kunst und Kunstausstellungen, ... und was mir sonst noch in den Sinn kommt.
Durch Winfried Schley
Satire oder Wirklichkeit? Pinocchio Merz als CDU-Bundeskanzler von der Linken Gnaden hätte ich mir in meinen abwegigsten Träumen nicht vorstellen können. So rotzfrech, wie er alle seine Wahlversprechen in die Tonne klopfte und damit fast ungeschoren davonkommt, verschlägt mir die Sprache. Dass ihn die AfD als Lügenkanzler beschimpft, empfindet er als pauschale Beleidigung. Stimmt, so pauschal kann man das nicht sagen. Immerhin sagt er die Wahrheit, wenn er seinen Namen nennt. Nur kennt diesen sowieso jeder, so dass Leugnen zwecklos wäre. Aber wenn er sonst im ÖRR den Mund aufmacht, sind meine kleinen grauen Zellen in Alarmbereitschaft. Misstrauen hält wach, Vertrauen schläfert ein. So gesehen ist er für mich in meinem Alter ein Jungbrunnen. Ich sollte ihm dafür dankbar sein, wenn auch nur schweren und damit infarktgefährdeten Herzens.
Irgendwo im Internet stolperte ich über ein Interview von ihm, wo er allen Ernstes die Gefahr an die Wand malte, dass bei der übernächsten Bundestagswahl 2033, also zum Hundertjährigen von 1933, die AfD über 50% der Stimmen erhalten könnte, was um jeden Preis verhindert werden muss und zwar ab sofort. Würde in meiner zweiten Heimat Frankreich ein Präsidentschaftskandidat eine Frau, die in einem lesbischen Verhältnis mit einer Singhalesin lebt, als hundertjährige Reinkarnation Adolf Hitlers verkünden, hätte er nicht die mindeste Chance, gewählt zu werden. In Deutschland wird man damit Bundeskanzler.
Als strammer Maxe vom Dienst will er die Bundeswehr zur stärksten Armee Europas aufbauen, was unter meinen französischen Bekannten ungute Erinnerungen weckt, die obendrein dort von allen Parteien, ganz gleich welcher Ausrichtung, entsprechend gepäppelt wird. Die „force de frappe“ in Europa ins zweite Glied zurückzukommandieren, geht dort gar nicht, weder bei jung, noch bei alt.
Gegenüber meiner eigenen Facebookseite entwickle ich immer mehr Misstrauen. Mit welchen Algorithmen werde ich gelenkt? Als in Gießen die Gründung der neuen Jugendorganisation der AfD stattfand, gab es auf meiner Seite nur dieses Thema: „Nazis jagen ist nicht schwer mit Hammer, Sichel und Gewehr“, „gewaltbereite Polizisten prügeln auf Demokraten ein“, „Gießen hat geleuchtet!“. Der SPD-durchsetzte DGB griff mit 220 herbeigekarrten Bussen tief und entgegen seiner Satzung in die Streikkasse seiner Mitglieder, was ihm in manchen Kommentarspalten von mutigen Mitgliedern tatsächlich noch angekreidet wurde. Aber was zählt schon der Zweck einer Gewerkschaft, wenn es um das höchste politische Ziel aller Zeiten, ach was, der Menschheitsgeschichte geht: dem „Kampf gegen rechts“. Gesetzgeber, Richter und Vollstrecker in einem ist das neue Prinzip der „freiheitlichen demokratischen Grundordnung“, auch „unsere Demokratie“ genannt. In meiner Studentenzeit formulierte man noch ehrlicher: „Willst du nicht mein Bruder sein, schlag’ ich dir den Schädel ein!“
Dass am gleichen Tag die Parteitage des Jusos und der Grünen stattfanden, kam auf meiner Face-Book-Seite nicht vor. Wer siebt das aus? Dass n-tv, ARD und 3Sat mich darüber informierten, müssen wohl Fake-News gewesen sein, die den selbsternannten Faktencheckern entgangen sind.
Oh mein Gott, wie bekomme ich nun zum Schluss die Kurve zur Weihnachtszeit und zum neuen Jahr? Wurde doch in Berlin „Decolonizing Christmas“ ausgerufen. Nur zur Information: Die traditionelle Krippe in Deutschland entspricht nicht den genauen Texten in den Evangelien. Aber auch allen abweichenden figürlichen Darstellungen zum Trotz war bisher jedem klar, dass Maria, Josef und das Jesuskind in der Krippe Juden waren und die Heiligen Dreikönige zumindest nicht germanischen Ursprungs. Gelitten haben sie höchstens unter den Römern und der mit diesen verbunden politischen Elite Judäas, für woke Berliner wohl Uralt-Nazis, die es um jeden noch so schwachsinnigen Preis zu bekämpfen gilt.
All jenen, denen die inflationären Nazikeulen und Antisemitismusvorwürfe die restliche Adventszeit und die Weihnachtsfeiertage nicht vermiesen können: „Einen besinnlichen Advent, Frohe Weihnachten und ein gesegnetes Neues Jahr!“ (Und allen Menschen guten Willens auch! Frei nach Lk 2,14.)
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