Anekdoten, Gedanken, Gedichte, - mal heiter, mal nachdenklich, Theologisches und Philosophisches im Alltag, dt.-frz. Beziehungen und Städtepartnerschaft, Kunst und Kunstausstellungen, ... und was mir sonst noch in den Sinn kommt.
Durch Winfried Schley
"Wenn ich so weiter wachse wie bisher, wird es mir hier im Mutterleib bald zu eng.", ging das Baby seinen Gedanken nach. "Wenn ich die Hülle, die mich jetzt umgibt, endgültig überall hauteng berühre, wachse ich dann vielleicht nicht mehr weiter? Oder sprenge ich diese Hülle mit meiner Körpergröße? Was ist, wenn sie nicht nachgibt? Werde ich dann kläglich und schleichend zusammengepresst und zerdrückt? Ist es nicht besser, wenn ich jetzt, wo es noch geht, mich so oft um meine eigene Achse drehe, bis die Nabelschnur sich verheddert oder verknotet, so dass meine Lebensader abstirbt?"
Doch irgendwann später:
"Hilfe! Was geschieht da? Ein gewaltiges Pressen drückt mir die Beine ins Eingeweide und schiebt meinen Kopf in eine viel zu enge Röhre! Da habe ich niemals Platz! Mein Schädel wird verschoben und gepresst! Das halte ich nicht lange durch! Das überlebe ich nicht!" Panik steigt hoch, würgende Todesangst.
Gleißende Helle blendet seine Augen. Ein scharfer Luftzug durchzieht und dehnt schmerzhaft seine Lunge. Laut schreit es in seiner Hilflosigkeit und Einsamkeit auf.
Doch da dringt an seine Ohren freudiges Lachen. Liebevolle Hände reinigen und umsorgen es. Seine Lippen verspüren verführerisch feine Haut und begierig beginnt es zu saugen. Eine ganz neue Nahrung füllt seinen Magen. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt, vollkommen anders als der bisherige, völlig anders. Zuversicht erfüllt es, dass es weiterleben und sich weiter entwickeln darf bis zu seinem Tod.
Und danach? Hat der Mensch einen erneuten Umzug in einen weiteren Lebensabschnitt vor sich? Auszuschließen ist eine solche, ganz andersartige Neugeburt nicht.

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