Anekdoten, Gedanken, Gedichte, - mal heiter, mal nachdenklich, Theologisches und Philosophisches im Alltag, dt.-frz. Beziehungen und Städtepartnerschaft, Kunst und Kunstausstellungen, ... und was mir sonst noch in den Sinn kommt.
Durch Winfried Schley
Wir brauchen ein öffentliches Gewissen, jemanden, der Alarm schlägt, wenn wir auf dem falschen Weg sind, weil wir heute in den Medien zu viel Opportunismus, zu viele kurzlebige Modetrends haben. Dieser jemand muss über persönliches Maß hinaus leidensfähig sein, weil alle, deren Interessen er quer kommt, auf ihn unbarmherzig medial einprügeln.
Wir brauchen jemanden, der uns Orte der Erinnerung an Leid und Leiden gibt, was in unserer Geschichte alles aus dem Ruder lief, wer umsonst gestorben ist, wer ungerecht geknechtet und ausgebeutet wurde, wer gelitten hat, weil wir ständig Gefahr laufen, zu vergessen und zu verdrängen, wenn es unsere seelische Belastbarkeit übersteigt.
Wir brauchen jemanden, der die notwendigen Dienste am Nächsten in den sozialen Einrichtungen unserer Gesellschaft organisatorisch weitgehend im Griff hat, weil wir jeden Augenblick genau dieser Nächste sein können und dann auf Hilfe anderer angewiesen sind. Wir brauchen einen Träger dieser sozialen Einrichtungen, der Menschen mit sozialer Gesinnung anstellt und ihren Lebensunterhalt sichert, damit die Gesellschaft nicht auseinander bricht..
Wir brauchen Orte der spirituellen Ausrichtung, Impulsgeber der Hoffnung auf Zukunft, damit wir nicht gedankenlos in den Tag hineinleben und uns selbst in einem Anfall von Sinnlosigkeitsgefühl aus dem Leben katapultieren.
Eine Einzelperson kann das nicht leisten, der Sozialstaat allein offensichtlich auch nicht. Welche Institution bleibt übrig?
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