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12. Februar 2011 6 12 /02 /Februar /2011 21:10

Der moderne Mensch sucht mehr oder weniger bewusst nach innerer Ausgeglichenheit und tiefem Seelenfrieden. Er ahnt, dass der Besitz von Geld zwar ungemein beruhigt, aber letztendlich nicht glücklich macht. Vordergründige Quellen wie Konsum, Genuss, Besitz oder  Anerkennung werden irgendwann schal und können die Grundsehnsucht der menschlichen Seele nicht befriedigen. Meist uneingestanden sucht der Mensch nach dem Größten, dem Erhabenen, dem Heiligen, dem Erlösenden, was die Mystiker als Vereinigen mit Gott bezeichnen.

Menschen, die sich auf die Suche nach diesem Letzten machen, brauchen in einem ersten Schritt die Erfahrung von Geliebtsein. Christen sind überzeugt, dass eine solche Erfahrung für alle Menschen existiert, dass jeder Mensch willkommen, angenommen und geliebt wird, nämlich von Gott. Wer als Suchender solches erfährt, spürt, wie seine innere Würde wiederhergestellt wird, wie er Kraft bekommt, Unvermeidliches zu ertragen, sich Hemmnissen in seinem Leben zu stellen, anzuerkennen, wo er schuldig wurde und befreiend zu vergeben, wo andere ihm gegenüber schuldig geworden sind.

Christen begegnen in einem zweiten Schritt auf ihrer Suche nach diesem Letzten der erlösenden Liebe Gottes in Jesus Christus. Innerlich dadurch berührt von Gott keimt Hoffnung auf Heilen innerer Verwundungen und auf Befreiung von Ängsten, Zwängen und  Abhängigkeiten auf. Diese Hoffnung will gepflegt sein, am besten von und mit Menschen, die darin einen Informations- und Erfahrungsvorsprung haben und damit neuen Lebensmut, neue Lebensfreude wecken. Gläubige Christen sind überzeugt, dass nur von Gott geschenkt bekommene Lösungen dies ermöglichen. Sie sprechen hierbei von Gnade und öffnen sich der Liebe Gottes im persönlichen und fürbittenden Gebet für sich und andere.

In einem dritten Schritt wird dieses zarte Pflänzchen geistigen Lebens genährt und gestärkt im Feiern der kirchlichen Sakramente, in Gottesdiensten und im Einsatz für andere in tätiger Nächstenliebe.

In der römisch-katholischen Kirche ist Mitte dieses geistigen Lebens Jesus, der Christus.
Ihm begegnet der römisch-katholische Christ vorrangig in der Liturgie der Eucharistiefeier. Ihm vertraut er sich an. Von ihm lässt er sich leiten, damit er leibhaftig erfährt, dass Gott jeden einzelnen Menschen väterlich liebt. Ihm will er es nachtun, indem er Nächstenliebe übt und sich gemäß den 10 Geboten und der Bergpredigt verhält.

In früheren Zeiten wurden um die Gotteshäuser herum Kindergarten, Seniorenheim und Krankenhaus errichtet. Damit machte man auch baulich sichtbar, dass Gottesdienst und Dienst am Menschen untrennbar zusammengehören. Heutige Gemeindezentren lassen noch ein wenig von diesem Grundgedanken ahnen.


Gott hat die Menschen mit verschiedenen Begabungen ausgestattet und beauftragt, sie im Laufe ihres begrenzten Lebens zum Wohle der Welt und der Menschheit zu entfalten und zu pflegen.

Kein Mensch muss alles können, jeder darf Grenzen haben. Erst im Zusammenspiel von vielen dieser Kräfte und Begabungen zeigt sich, dass Gott - ganz im Geiste Christi - ein Reich des Wohlwollens beabsichtigt. Menschen sind nur Vorboten dieses geistigen Willens, Mosaiksteine und Spuren des Guten am Aufbau einer heilen Welt.


Die römisch-katholische Kirche sieht sich als wesentlicher Bestandteil dieses göttlichen Heilsplanes. Vollenden aber wird ihn Gott allein, wann er es selbst für richtig hält.

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Kommentare

F
<br /> <br /> Gut formauliert! <br /> <br /> <br /> Ich bin ein Glückskind, aber kämpfen muss ich auch, um meine oft "unpopulären" Werte behalten und verständlich machen zu können.<br /> <br /> Es macht aber auch nicht immer froh, sehen zu müssen, wie Leute sich über das Beschaffen materieller Werte, mit deren Zurschaustellung sie sich die Anerkennung in unserer Gesellschaft erhoffen,<br /> selbst aus den Augen verlieren.<br /> <br /> Mein Bruder, für den ich immer die "arme Schwester" war, hat auf diese Weise sein Leben im wahrsten Sinne des Wortes "verdaddelt".<br /> Er war sehr laut, lustig und später ziemlich vermögend, aber nie wirklch froh und zufrieden.<br /> Er wurde 1932 geboren und starb dieses Jahr. Sein Leben war bestimmt durch Raffgier. Und das trotz Kuschelmutter und Zuwendung.<br /> Tief empfundene Dankbarkeit war ihm fremd - auch dafür, dass er tolle Eltern hatte.<br /> So wird es leider immer Arme geben, die erleuchtungsresistent sind und dafür einen hohen Preis zahlen. Leider!<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> <br />
Antworten
F
<br /> <br /> Warum immer so kompliziert? Wir sind auf der Welt, um zu leben.<br /> Wer sich das Leben durch Äußerlichkeiten vermiesen lässt oder heere Ansprüche daran hat, sollte vielleicht öfter mal in sich gehen und schauen, ob er sich wohlfühlt in seiner Haut.<br /> Schließlich muss er es das ganze Leben lang mit sich aushalten. Und wenn er sich selbst nicht kennt und mag, wie kann er das dann von anderen Menschen erwarten?<br /> Sich selbst erkennen, akzeptieren und das Leben als positive Herausforderung annehmen, der Rest kommt von alleine.<br /> Das jeder Mensch ein Teil eines Ganzen ist , und sein Wert letztlich nur an seinem Sozialverhalten gemessen wird, versteht sich von selbst.<br /> <br /> <br /> <br />
Antworten
W
<br /> <br /> Nicht jeder hat mit der Muttermilch einer Kuschelmutter ein solches Urvertrauen eingesogen, dass es ihn ein Leben lang trägt, ganz gleich, was kommt. Wohl dem, dem solches geschenkt wurde. Ihm<br /> genügen drei Schritte:<br /> 1.) Verstummen vor Gott.<br /> 2.) Inneren Frieden finden und bewahren.<br /> 3.) Tun, was fällig ist.<br /> <br /> <br /> <br />

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  • : Anekdoten, Gedanken, Gedichte, - mal heiter, mal nachdenklich, Theologisches und Philosophisches im Alltag, dt.-frz. Beziehungen und Städtepartnerschaft, Kunst und Kunstausstellungen, ... und was mir sonst noch in den Sinn kommt.
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  • Winfried Schley
  • Niemals in Gleichgültigkeit verfallen, unabhängig davon, was im Leben auf mich zukommt !  
 Ich interessiere mich für alles, was dem friedlichen Zusammenleben der Menschen dient.
  • Niemals in Gleichgültigkeit verfallen, unabhängig davon, was im Leben auf mich zukommt ! Ich interessiere mich für alles, was dem friedlichen Zusammenleben der Menschen dient.

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